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mond im sechsten haus
15. Dezember 2017 14:02
Der praktische Sachverstand ist ausgeprägt: normalerweise herrscht ein guter Sinn für die Belange und Erfordernisse des Alltags. Daneben ist Hilfsbereitschaft vorhanden, die Gabe sich nützlich zu machen, sowie die Fähigkeit Kompromisse zu schließen. Eine regelmäßige Arbeit wäre dem seelischen Gleichgewicht ausgesprochen dienlich - dabei ein (untergeordnetes) Beschäftigungsverhältnis meist angebrachter als eine berufliche Selbständigkeit.
Allerdings muss die Arbeitsatmosphäre stimmen, muss das Tun das Gefühl ansprechen, d.h. sollte sich das Engagement auch lohnen bzw. die Arbeit auch eine Art von Schutz und Geborgenheit vermitteln. Jede Tätigkeit wird sehr vom "Bauch" beeinflusst, keinesfalls als bloßer "Broterwerb" empfunden, der Arbeitsplatz auch gewechselt, wenn er einem emotional nichts mehr zu geben vermag.
Grundsätzlich kann das Geldverdienen als eine Art Übungsfeld betrachtet werden: um nämlich mit seiner Energie haushalten/ wirtschaften zu lernen, sich ökonomisch ("sparsam" ) einzusetzen bzw. nicht völlig mit etwas zu identifizieren: sich einerseits nicht zu erschöpfen/ verausgaben, aber auch nicht der reinen Lust zu frönen - sondern exakt das jeweils Angemessene zu tun.
Psychologisch bedenklich sind die typischen Zweifel, die Skepsis gerade sich selbst gegenüber, den eigenen Empfindungen nicht zu trauen. Als problematisch einzustufen ist insbesondere jene (unbewusste) Voreinstellung, an sein Glück nicht (mehr) zu glauben... Nun wären Selbstanalyse oder Nüchternheit der Gefühlswelt gegenüber zwar wichtig, ist ein gewisses Quantum an Selbstdistanz/ rationaler Hinterfragung von Motiven, etc. unabdingbar. Doch darf nicht in den Fehler verfallen werden, grundsätzlich alles bei sich anzukreiden oder zu bemäkeln, d.h. im Zuge einer "Selbstuntersuchung" den eigenen Wert gänzlich zunichte zu machen. Selbstbewusstheit ist erforderlich für das "seelische Überleben" (speziell körperliche Symptome bieten sich einer psychosomatischen Diagnose an); die Selbsterforschung sollte aber genauso das - objektiv ebenfalls in einem vorhandene - Positive herausstellen. Denn: setzt eine bloß negative Selbstkritik nicht einfach nur jene früher (als Kind) erlebten "Quälungen und Knechtungen" fort?
Die Kindheit fiel ja in eine Zeit, welche den Eltern viel Stress bereitete, wo diese sich dem Nachwuchs nur bedingt widmen konnten. So musste naturgemäß schmerzlich zurückgesteckt werden, wurde unter Hintansetzung gelitten; Kriterien der äußeren Realität bzw. eventuelle Geschwister gingen nunmal vor. Letztlich hieß es damals, solche Behandlung der eigenen Bedürfnisse zu schlucken - und das Ganze mehr oder weniger gut zu verarbeiten.
Die Zurücksetzung führte zu dem eigentümlichen Reaktionsmuster einer emotionalen Aussteuerung: sich nämlich (instinktiv) an Vorgegebenes so weit als möglich anzupassen ("einzufügen" ) - leider verbunden mit der Gefahr von Selbstaufgabe (oder gar Korrumpierbarkeit). Und es resultierte daraus eine Ängstlichkeit bzw. die Befürchtung, stets mit seinen Wünschen zu kurz zu kommen; unter Umständen zu glauben, sich um emotionale Zuwendung angestrengt bemühen, sich solche "verdienen" zu müssen.
Nicht unüblich ist auch die Sorge "in einer Zwickmühle gefangen" zu sein, aufgerieben zwischen verschiedenen Parteien - was umständliche Konfliktvermeidungsstrategien produzieren mag. Man gerät nur zu gern in vertrackte, verfahrene Situationen, manövriert sich (fast automatisch) in emotionale Verlegenheiten, in schwer lösbare Verstrickungen - im Grunde wegen des zueigenen Ausgeliefertseins an das Empfinden bzw. da angewiesen auf das Wenige an verfügbarer Nähe und Streicheleinheiten, welche ja nicht verlangt werden dürfen...
Um eintretenden Missgeschicken oder Benachteiligungen vorzubeugen, wurde meist eine Haltung von Vorsicht und Verhaltenheit aufgebaut. Es entstand eine Art Reflex, die Menschen und Verhältnisse um einen herum (schon im vorhinein) genauestens zu beobachten - gewissermaßen der eigenen Sicherheit zuliebe aufzupassen, ob sich eine Situation nicht bedenklich entwickle.
Auf solche Weise nimmt das Überlegen (der "Kopf" ) gefährlich überhand (und erlangt gerade deshalb das Begehrte, weil eigentlich Unkalkulierbare/ Unbeabsichtigbare, oft nicht), so dass für Spontanes kaum noch Raum bleibt. Diese "Habachtstellung", sich immer wieder mäßigen zu müssen, kann zudem - in einer unterbewussten Ausgleichsbewegung - umso stärker die Sehnsucht nach "Ekstase" auf den Plan rufen: d.h. den Drang nach Ausbruch aus einer "Trostlosigkeit", heraus aus dem "Kerker seelischer Zwänge".
Um die außerordentlich differenzierte Wahrnehmungsfähigkeit und den entwickelten Verstand am zweckmäßigsten zu gebrauchen, um mit diesem wirklich treffende Schlüsse zu ziehen, wäre das Beste eine saubere, gründliche Verarbeitung sowohl der äußeren Eindrücke wie auch der inneren Regungen - und zwar jeweils so aktuell und frisch, vor allem so urteilsfrei wie möglich. Etwa anhand der Leitfrage: "Was geht gerade um mich und in mir vor?" Das brächte einen dem Hier und Jetzt der Gefühle nahe, führte aus einer Krise heraus, hin zu emotionaler Erfülltheit, zu Sicherheit und Vertrauen gerade im Hinblick auf Künftiges.

Gruß,
Richard
Thema Autor Datum/Zeit
mond im sechsten haus Richard 15. Dezember 2017 14:02



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