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Mond im zweiten Haus
avatar 23. März 2017 19:48
Das Sicherheitsbedürfnis ist enorm. Da selbst nicht unbedingt verlässlich, immer mal wieder schwankend und launisch, wird emotionaler Rückhalt und Stabilität, ein fester Boden (ein "Ruhepolster") gern bei anderen gesucht. Der Blick des Bindungsstrebens geht üblicherweise in Richtung eines Partners, auf den es sich stützen lässt. Für die gewünschte Geborgenheit und Verankerung, für ein heimisches Wurzelschlagen besser geeignet wäre allerdings eine Gruppe von Menschen: eine liebe, vertraute Gemeinschaft verschiedener Leute (d.h. sich nicht zu fixieren auf eine Einzelperson).
Meist wird eine allseits geschätzte, angesehene Position eingenommen, sich bisweilen auch politisch betätigt. Das Zugehörigkeitsgefühl/ die Beliebtheit, Anerkennung und Bestätigung mögen dabei jedoch teuer erkauft sein - gerade wenn zugunsten einer vermeintlichen sozialen oder existenziellen Absicherung allzu leichtfertig die persönliche Freiheit und Spontaneität oder gar wesentliche Prinzipien aufgegeben werden.
Das Naturell hat viel Bodenständig-Urwüchsiges an sich, im Grunde auch Deftig-Derbes (wenn vom Oberbewusstsein erlaubt); der Charakter ist gekennzeichnet durch eine gesunde, runde Gemütlichkeit. Mit der starken Anhänglichkeit fällt es aber schwer, sich von Nahestehendem - Personen wie Dingen, speziell von der Mutter - irgendwann zu lösen. Das Risiko einer Abhängigkeit bzw. die emotionale Verlustangst ist erheblich. Und die - nunmal relativ bedächtigen - Gefühlsreaktionen haben den Nachteil einer mangelnden Flexibilität; sich nämlich erst mit einer gewissen Verzögerung (nach einer "Verdauungspause") innerlich auf jemanden oder etwas Neues einlassen zu können.
Lust und Zärtlichkeit, überhaupt die Sinne - Schmecken, Riechen, Spüren - sind gut entwickelt. Die ausgeprägten körperlichen Bedürfnisse (Schlafen, Essen, Trinken, aber auch sexueller Art) machen die im Alltag erforderliche Disziplin und Kontrolle, das immer wieder notwendige Maßhalten keineswegs einfach. Hinzu kommt, dass der Wunsch nach Nähe, insbesondere das sinnliche Verlangen, sich oftmals im Gegensatz befindet zur (ebenso betonten) geistig-intellektuellen/ übersinnlichen Seite in einem.
Die Triebsphäre hat ihre Berechtigung. Es gilt sie zu akzeptieren (so wie sie nunmal ist), sowie sie - an dem ihr zugehörigen Platz - zu leben und so zu würdigen. Jedoch ist die Vorstellung, seinen - im Grunde seelischen - Hunger ausschließlich leibhaftig (physisch greifbar) sättigen zu können, ihn konkret stillen zu müssen, ein Trugschluss. Denn die Nahrung des Gemüts ist vor allem immaterieller Natur, setzt sich zusammen aus eher "ideellen Stoffen" - wie Schönheit und Ästhetik.
Thema Autor Datum/Zeit
Mond im zweiten Haus Richard Vetter 23. März 2017 19:48



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