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Mond im ersten Haus
avatar 14. März 2017 18:38
Der Zugang zur Welt ist affektiver Natur: an Dinge wird erstmal gefühlsmäßig herangegangen bzw. emotional auf sie reagiert. Die Wahrnehmung der Welt ist eine subjektive, d.h. innenbezogen. Dabei erfolgen Sympathie und Antipathie, Zu- und Abneigung spontan, entsprechend der aktuellen Befindlichkeit.
So schwankt die jeweils in Situationen zur Verfügung stehende Energie beträchtlich; alle Aktivitäten sind ausgesprochen stimmungsabhängig. Scheinbare Unlust, Launen, Unentschlossenheit, etc. machen etwas durchzuziehen naturgemäß schwer - im Grunde immer dann, wenn sich Dinge in einem im Unreinen befinden. Den Ausschlag gibt stets die persönliche Identifikation, d.h. sich in einem Tun tatsächlich wiederzufinden, wirklich motiviert, mit dem Herzen bei einer Sache zu sein.
Es besteht eine ausgesprochen "mütterliche", empfänglich-fürsorgliche Ader. Das Schicksal anderer Menschen geht einem entsprechend nahe; instinktiv will man sich um sie kümmern. Vorhanden sind viel Mitleid und Mitgefühl - speziell ein guter Draht zu Kindern. Bei Männern fällt die sensitive, weiche ("weibliche") Seite geradezu auf, ihre Gabe sich jemandem intensiv zu widmen, einfühlsam auf ihn einzugehen.
Doch gibt es neben solchen "Licht-" ebenso ausgeprägte Schattenseiten. Wie soll beispielsweise mit Aggressionen, fremden wie eigenen, mit Wut und Ärger umgegangen werden (ohne bloß "runterzuschlucken")? Eine Lösung dieser drängenden Frage bedarf aufmerksamer Selbstbeobachtung, eines aktuellen Wahrhabens und Spürens noch un- (bzw. vor-)bewusster Regungen und Impulse, insbesondere aber zu seinen Bedürfnissen und vermeintlichen "Schwächen" (bei denen es sich eigentlich um Sensibilität, also eine Stärke handelt) zu stehen.
Sehr beeindruckbar, wird weniger selbst die Initiative ergriffen, sondern mehr passiv auf die Reize der Umwelt reagiert. Da relativ beeinflussbar, d.h. mit der Aufnahmefähigkeit im Grunde viel zu offen, gilt es zu lernen, seine Empfindsamkeit zu schützen, sich deutlich abzugrenzen, für einen selber zu sorgen - denn das emotionale Verletzungsrisiko ist hoch.
Wie bei einem Kind ist gerade auch die Anhänglichkeit - an Familienmitglieder, Nahestehende - enorm. Eine vertraute, einen akzeptierende und Geborgenheit vermittelnde Umgebung wäre wichtig, denn eine solche versorgt das Gemüt mit Nahrung. Doch die persönliche - von anderen letztlich eben verschiedene - Eigenart will sich gerade auch von den Nächsten, Anverwandten, usw. anerkannt und gewürdigt wissen; die eigene Individualität wünscht von den Personen um einen herum zumindest ein Stückchen echte Aufmerksamkeit, tatsächliche Beachtung.
Besonders in Beziehungen ginge es darum, (beider) seelische Abhängigkeit, das Angewiesensein aufeinander, Unselbständigkeiten wie auch falsche (verschämte) Schüchternheiten zu überwinden, sich etwa nicht ständig umstimmen zu lassen. Bezüglich einen selbst betreffender Dinge gilt es sich einen ureigenen Standpunkt zu erobern und zu behaupten - und sei dieser ("schmollend") momentan auch nur schlecht in Worte zu fassen oder argumentativ nicht so gut zu vertreten.
Das typisch Kindhafte an einem, die unschuldige Naivität, das "Staunenkönnen" über Gott und die Welt wird einem nie abhanden kommen, jenes unverdorben-frische Empfinden einem (hoffentlich) bis ins Greisenalter erhalten bleiben. Denn diese Eigentümlichkeit ist innigst mit dem eigenen Wesen verwoben. Und das wäre der Punkt: die persönliche Identität zu entdecken - welche übrigens in beträchtlichem Umfange in der Vergangenenheit wurzelt - ist einem zur Aufgabe gestellt, unter Zuhilfenahme von Erinnerungen, Phantasien, Träumen, romantischen Phasen. D.h. solcherlei Verarbeitungsprozessen darf und soll im Leben ein bevorzugter Platz eingeräumt werden!
Thema Autor Datum/Zeit
Mond im ersten Haus Richard Vetter 14. März 2017 18:38
Re: Mond im ersten Haus Ketu 15. März 2017 06:27



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