Erweiterte Suche
Hallo! Einloggen Ein neues Benutzerkonto anlegen
mc im schützen
avatar 13. Februar 2017 18:51
Vorhanden ist Naturliebe und -verbundenheit, gerne durch Wälder und Wiesen zu schweifen. Auch die Ferne, das Ausland lockt, es besteht Reiselust, ein Interesse an fremden Sprachen und Kulturen. Der geistige Horizont ist in jedem Falle weitgesteckt, die Dinge werden in einem größeren Zusammenhang gesehen. Einsichten zu gewinnen über die Welt, das Erkenntnisstreben überhaupt, spielt eine bedeutende Rolle.
Daneben wäre wichtig, sich für jemanden oder etwas zu engagieren. Gegeben sind hehre Ziele und Werte, mitunter gar ein ausgeprägtes Missions-/ Sendungsbewusstsein. Dabei werden die Leute jedoch nicht indoktriniert: es überwiegt stets die Toleranz, d.h. den Menschen ein hilfreicher und verständnisvoller Gönner zu sein; es herrscht ein integrer, vertrauenswürdiger und verantwortungsbewusster Umgang mit ihnen. Auffällig ist speziell die Begabung für Karitatives, für Heilung und Medizin, andere in ihren Schwierigkeiten aufbauen und unterstützen, sie wieder auf die Beine bringen zu können (auch wenn es einem selbst gerade nicht so gut geht).
Leider herrscht oft eine Unzufriedenheit mit der derzeit von einem ausgeübten Funktion, mit dem ach so lästigen "Kleinkram", usw. Die einem übertragene Aufgabe soll nämlich am liebsten nichts mit den "Niederungen" eines (nüchternen und banalen) Alltagsgeschäfts zu tun haben. Man fühlt sich zu "Höherem" berufen, entsprechend von der Umwelt nicht richtig anerkannt, in seinen Fähigkeiten unterschätzt. Typisch ist eh, nicht so aus sich heraus zu können; der "große Wurf" will einfach nicht gelingen. Immer wieder wird an die Grenzen des Möglichen gestoßen, stellt es sich in der Theorie anders dar als vor Ort (in der konkreten Praxis), oder wischt einem "der Fehlerteufel" eins aus.
Niederlagen werden meist nur schmerzlich weggesteckt. Doch gilt es nicht gleich desillusioniert den Kopf hängen zu lassen bzw. die Flinte ins Korn zu werfen, wenn es mal nicht so gut läuft - vielmehr die Hoffnung auf bessere Zeiten nie aufzugeben. Und die Bewertungen von außen wären als nicht maßgeblich zu nehmen. Aber das Problem liegt sowieso mehr in der (übertriebenen) Selbstabwertung.
Beruflich wäre eine Perspektive (zu haben) entscheidend. Und natürlich, nur solches zu tun, was den eigenen Überzeugungen tatsächlich gemäß ist. Über allem im Leben schwebt mehr oder weniger die große Sinnfrage: wird diese ausgeklammert, entstehen Krisen und Depressionen, versiegen die zueigene Begeisterung und Dynamik.
Nützlich, um nicht zu sagen ideal, wäre eine Art von Religiosität, über eine tragfähige Lebensphilosophie zu verfügen bzw. sich eine solche zu erarbeiten. Diese müsste umfassend ("rund") sein, sollte keinesfalls einen blinden Zweckoptimismus darstellen, d.h. in der Lage sein, auch Problematisches, Dunkel-Schattenhaftes ("Böses") zu integrieren. Nur eine ganzheitliche Weltanschauung hält, was sie verspricht, ermöglicht auch in schwachen Stunden an die eigene Bestimmung zu glauben. Die Behandlung sogenannter Gewissensfragen lässt sich praktisch eh kaum vermeiden, sich auseinanderzusetzen mit "gut" vs. "schlecht", "richtig" und "falsch". (Nicht nur in diesem Kontext sind übrigens Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit lohnende, dem Wohlergehen und Befinden langfristig förderliche Tugenden.)
Die typische innere Skepsis, die kritischen Stimmen der Seele sollten dabei schon zu Wort kommen dürfen, nicht ignoriert oder verdrängt werden. Das oft so leidige "mentale Störfeuer" hat in der Regel ja durchaus seine Berechtigung; dahinter steckt normalerweise emotional Ungelöstes. Wenn allerdings endlos reflektiert, nur im Kreise überlegt ("gegrübelt") oder gar"auf psychisch" gemacht wird, wäre der innere Dialog ein Symptom dafür, dass die grundlegenden Bedürfnisse nach zwischenmenschlichem Kontakt nicht befriedigt wurden (erst recht, wenn es zersetzend spricht, "bringt ja doch alles nichts").
Da im Grunde eine lustige Natur, von heiterem und frohem Gemüt, ein Spaßvogel, der gerne und viel lacht, ist es fast überlebenswichtig, (täglich) mit seiner Umgebung einen lockeren und unbeschwerten Plausch zu pflegen. Wird diesem Herzenswunsch nach Kommunikation stattgegeben, verfliegt die berüchtigte Nervosität und Langeweile, muss keine Ablenkung und Zerstreuung mehr gesucht werden ("hat die gute Seele Ruh"). Dann ist die Luft gefühlsmäßig frei - um den eigentlichen Weg zu beschreiten, der wahren Berufung nachzugehen. Aus deren Sicht gilt es nun vor allem Maßhalten zu lernen und die eigenen Grenzen zu erkennen. Verlangt wird von einem, seinen (Über-) Eifer und Schwung ein Stück weit zu bremsen, sich selbst zurückzuhalten/ gewissermaßen an die Leine zu nehmen (dass "keine Pferde durchgehen"). Selbstkontrolle und -disziplin dienen vor allem dem Zweck, die zur Verfügung stehendenen Ressourcen nicht unnütz zu vergeuden, seine Kräfte zu dosieren (um nicht als "Strohfeuer" zu enden), sich jeweils zu konzentrieren auf das wirklich Wesentliche und Wichtige.
Die Welt lässt sich nunmal nicht "im Sturm erobern". Jeder dauerhafte Erfolg will erarbeitet sein - durch ein besonnenes Vorgehen, Schritt für Schritt. Abwartenkönnen oder Geduld ist eine ausgesprochen fruchtbare Eigenschaft; und positiv betrachtet, wächst die Persönlichkeit am meisten gerade unter schwierigen Bedingungen, bei den härtesten Notwendigkeiten. Seine Ideale Form annehmen zu lassen, den geeigneten Rahmen für sie zu finden, ist in der Tat kein leichter Job. In dieser Richtung sich stetig weiter zu bemühen brächte jedoch die gesuchte Erfüllung und Befriedigung (schließlich ist der Weg das Ziel).
Aber nicht vergessen: Denken und Verstand reichen immer nur bis zu einem gewissen Punkt. Jenseits dessen heißt es sich (vertrauensvoll) höheren Mächten zu überantworten. Nicht alle Dinge zwischen Himmel und Erde lassen sich mit Worten erklären oder in Formeln und Begriffe pressen! Vorsicht, dass keine inhaltsleeren Worthülsen (Phrasen) überhand nehmen, dass nicht hohles Zeug "gequatscht", d.h. Kostbares zerredet wird. Letztlich zählt alleine der Glaube, kein Wissen oder Beweisen.
Thema Autor Datum/Zeit
mc im schützen Richard Vetter 13. Februar 2017 18:51



In diesem Forum dürfen leider nur registrierte Teilnehmer schreiben.

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen