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Das MC im Löwen
avatar 15. Januar 2017 18:55
Das eigene Handeln hat Wirkung und Bedeutung, eine öffentliche Ausstrahlung; es wird von anderen gern zum Maßstab genommen. Gegeben ist einem etwas instinktiv Bestimmendes und Tonangebendes, sich als eine Art "Chef" im Mittelpunkt bzw. im Vordergrund eines Geschehens zu bewegen, dabei sich und die zu erledigenden Aufgaben der Außenwelt demonstrativ präsentierend. Dies sieht dann mitunter sehr nach Ehrgeiz aus, wie ein ambitioniertes (Leistungs-)Streben. In der Tat spielen die übernommenen, zu realisierenden Pflichten eine tragende Rolle für das Selbstbewusstsein - gerade bei Frauen.
Zur Verfügung stehen in der Regel etliche Talente und Fähigkeiten. Wichtig wäre, für deren praktische Umsetzung einen passenden, geeigneten Rahmen zu finden. Es gilt, die einem gegebene Expressivität und Kreativität irgendwo sinnvoll einzubetten - dies jedoch nicht zu starr und eng, d.h. ohne die Lebendigkeit allzusehr zu verbiegen, ohne die Freude und Lust, den unabdingbaren Spaß an einer Sache zu verlieren. Es kommt generell darauf an, die richtige Form und Struktur für das persönliche Wirken in der Welt zu finden, ein "stabiles Rückgrat" gegen die unvermeidlichen Fährnisse des Lebens.
Beruflicher Erfolg gedeiht nur auf dem Boden einer gelungenen Selbstbeschränkung. Auch sind üblicherweise Geduld und Ausdauer (ein "langer Atem") vonnöten - d.h. abwarten zu können, bis die Dinge wirklich reif sind. Zu lernen wäre, sich im Einzelfall/ bei Bedarf auch zurücknehmen zu können (seine Ziele und Ambitionen aktuell herunterzuschrauben, sie eine Nummer kleiner zu stellen), jeden falschen Stolz und Dünkel (als im Grunde überflüssig) von sich zu weisen. Auch um sich nicht zu verausgaben, seine Energien nicht sinnlos zu verschleudern, ist einem Disziplin abverlangt, Selbstkontrolle und -beherrschung, sich in seinem Tun zu konzentrieren auf das wirklich Notwendige. Nur auf diesem Wege wird aus Talent auch Können! Desweiteren heißt es sich in seiner Schaffenskraft zumindest ein Stück weit an die gängigen Spielregeln (die gesellschaftlichen Konventionen) zu halten - d.h. eine gewisse Seriosität aufzubauen.
Gut wäre für das Selbstverständnis desweiteren (als Voraussetzung für ein selbstsicheres Auftreten), Ordnung hineinzubringen in Lebenslauf und Biographie - die ja oft von "gezackter" Natur, von Brüchen und Sprüngen gekennzeichnet sind. In der Kindheit hieß es meist früh Verantwortung zu übernehmen, z.B. für jüngere Geschwister. Die damals an einen gestellten Erwartungen bzw. die einem nahegelegten elterlichen Normen bremsten natürlich die kindliche Spontaneität, unterdrückten das ursprünglich spontane und ungehemmte Sprudeln des inneren "Springbrunnens". (Das vorzeitige Erwachsenwerden wurde zwar als bedrückend, wenn nicht überfordernd erlebt; auf diese Weise baute sich aber auch ein ausgeprägtes Gewissen und Pflichtgefühl auf.) Typischerweise kam es damals zu Gefühlsstaus - die sich in der Folge stets plötzlich und überraschend Bahn brachen - Eruptionen (Ausbrüche, Entladungen), die dann nicht immer unproblematisch waren oder "pflegeleicht" abliefen. Die Einengung von außen (welche emotional häufig als "Versklavung" empfunden wurde) musste teilweise buchstäblich geflohen werden - indem etwa von zuhause abgehauen, Hals über Kopf ausgezogen wurde (und sei es "legitimiert" durch Heirat o.ä.).
Selbst wenn es im Elternhaus nicht turbulent zuging, wenn die Verhältnisse (gutbürgerlich) geordnet und solide waren, witterte man in der Umwelt doch allerlei Gefahren und Spannungen, wurden Wärme, Schutz und eine traute Geborgenheit im Leben nie so richtig verspürt. Daraus erklären sich sowohl der Drang "hinaus" (in die weite Welt), wie auch die typischen seelischen Irritationen, jene nervöse Unruhe und Unsicherheit, relativ leicht ablenkbar zu sein bzw. nicht so belastbar wie eigentlich gewünscht (schließlich "tickt" im Unbewussten "eine Bombe").
Vor diesem familiären Hintergrund ist das Selbstgefühl verständlicherweise angeknackst, das Urvertrauen einigermaßen gestört - was Beziehungen, überhaupt eine private Kontinuität ganz schön verkompliziert. Im Sexuellen oder Intimbereich wirken massive Ängste, eine unterschwellige Abwehr von Nähe und Berührungen - welche (irrationalerweise) als bedrohlich empfunden werden. Deshalb wäre beziehungsmäßig auch eine Emanzipation (Gleichberechtigung) so wichtig, d.h. eben keine Dominanz eines der Beteiligten zu haben, sprich: keine klassische (Mann-Frau-)Rollenverteilung. Gefragt ist vielmehr die Entwicklung von beider Partner Originalität und Individualität, also eine weitgehende Eigenständigkeit und Unabhängigkeit voneinander.
Privat sollte möglichst für Kurzweil/ eine gewisse Abwechslung gesorgt werden: ab und zu wäre ein Tapetenwechsel angesagt, immer mal wieder etwas Neues. Im "Innenbereich" des Seelisch-Familiären gelte es sich grundsätzlich flexibel und veränderungsbereit zu halten; speziell sollte es zu keinem Feststecken ungestillter Affekte, Triebe und Bedürfnisse kommen. Hilfreich wäre auch, sich immer wieder zu lösen von den einmal aufgebauten (und dann oftmals fixierten) Wunsch- und Vorstellungsbildern über Nahestehende, bzw. sich - mittels Bewusstseinsarbeit - zu befreien aus emotionalen Sackgassen, von allzu festen inneren Bindungen und Verstrickungen.
Aufgegeben (und versprochen) ist einem im Leben, zur inneren Mitte (zwischen den diversen Extremen) zu gelangen. Sowie sich - in dieser Mitte ruhend - letztlich auf sich selbst verlassen zu können. Die in der Auseinandersetzung mit der Welt zu machenden Erfahrungen ermöglichen es, ureigene (für einen stimmige, echte, authentische) Handlungsrichtlinien zu entwickeln. Bei diesen geht es im Grunde darum, aus der inneren Freiheit heraus, äußere Spielräume zu erringen, sich nicht bloß träge und lethargisch in etwas vermeintlich Unabwendbares zu fügen. Ziel ist, sein Leben aktiv zu gestalten, es quasi zu "meistern". Es als eine Art "Tanz" zu begreifen - und darin seinen ganz besonderen Rhythmus zum Ausdruck zu bringen.
Thema Autor Datum/Zeit
Das MC im Löwen Richard Vetter 15. Januar 2017 18:55



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