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Das MC in den Zwillingen
avatar 01. Januar 2017 20:57
Die Berufsrolle ist normalerweise nicht eindeutig oder ein für allemal festgelegt. Es gibt diesbezüglich nichts Maßgeschneidertes, sondern durchaus Variationsmöglichkeiten, eine gewisse Bandbreite bzw. Flexibilität; ausgeübt werden auch vorübergehende Tätigkeiten. Nicht selten gilt der Beruf sogar eher als "Job", als ein Mittel zum Zweck.
Der Begabungen sind viele: Zum einen existiert da ein gewisses pädagogisches Geschick, d.h. Inhalte sachgerecht darstellen, sie handlich "verpacken", und so anderen gut vermitteln zu können, eventuell mithilfe diverser Medien. Die Ader für Schriftliches mag bis ins Wissenschaftliche gehen, in den Bereich von Forschung und Lehre. Betont ist ganz allgemein das Verbale (nicht auf den Mund gefallen zu sein), auch Fremdsprachliches. Ebenso das Soziale, also Kontakte und Kommunikation (Blockaden in dieser Hinsicht gelte es zu bearbeiten und möglichst zu überwinden). Ein weiteres lohnendes Gebiet ist die Technik, gerade die Datenverarbeitung; und nicht zu vergessen die kaufmännischen und handwerklichen Fertigkeiten. Die gegebenen mannigfachen Interessen bergen aber auch die Gefahr einer Zerstreuung und Zersplitterung, sich leicht ablenken zu lassen vom Eigentlichen und Wesentlichen oder dem ursprünglich Beabsichtigten.
In der Regel handelt es sich jedenfalls um eine Tätigkeit, die Intelligenz ("Köpfchen") erfordert, bei der es der Vernunft und Logik bedarf, die viel an Nachdenken und Überlegungen verlangt. Die permanente Fortbildung, der Eifer zur dauernden Wissenserweiterung (Magazine und Bücher zu wälzen, etc.) ist allerdings nicht nur berufsbezogen: sich auf dem Laufenden zu halten, sich zu informieren über den aktuellen Stand von Entwicklungen, gewissermaßen ein "lebenslanges Lernen und Studieren" gehört zum individuellen Charakter.
Der Intellekt ist im Verhältnis zu anderen Seiten der Persönlichkeit betont. Damit ist das Alltagsstreben aber auch auf relativ Vordergründig-Kurzfristiges gerichtet, an weltlichen Symbolen und äußerlichen Werten oder gar an der gesellschaftlichen Etikette orientiert (am guten Ton bzw. an dem, was sich gehört). Auch in seiner Verkleidung als Sarkasmus oder Zynismus. Dabei kommt das Emotionale üblicherweise zu kurz, wird die Sphäre der Triebe und Affekte leider tendenziell unterdrückt. In schmerzlicher Diskrepanz zwischen "Kopf" und "Bauch" gewähren die Einstellungen des Oberstübchens den Sehnsüchten des Herzens oft nicht genügend Raum, wird das innere Fühlen und Empfinden von den "rationalen Erwägungen", usw. nicht gebührend berücksichtigt. (Es käme darauf an, dass eine echte Identifikation mit den jeweils gesetzten Zielen stattfindet, dass die gehegten Ambitionen sich in ihrer Tiefe im Einklang befinden mit den zueigenen Werten und Überzeugungen!)
Nüchtern betrachtet, wird der eigentlich unermessliche Reichtum des Gemütes viel zu wenig genutzt. Die Wurzeln von Erfüllung und Sinn, Glück und Wohlgefühl liegen jedoch im Privat-Familiären. Dort herrschen interessanterweise meist auch eine ausgesprochene Größe und Toleranz, eine regelrechte Gönnerhaftigkeit (anstatt spitzfindiger Mäkelei und Kleinkariertheiten). Dummerweise wird bewusst eine eher coole Sachlichkeit gepflegt, der "Realist" herausgekehrt, der "Zweifler" kundgetan - während unter der Oberfläche ein unverbesserlich optimistisches Gefühlsleben wogt, ein (irrationaler) Glaube an das Gute in der Welt und im Menschen. Ideale und Träume hochhaltend, steckt das Unbewusste voller Hoffnungen und Erwartungen, schweift gerne in eine utopische und paradiesische Ferne.
Das Psychische heißt es jedenfalls in seinem Gewicht und in seiner Bedeutung nicht zu unterschätzen. Die bisweilen heftigen Gefühlsaufwallungen (wenn einem "die Pferde durchgehen") wollen gerade auf diesen Bereich aufmerksam machen. Ein Problem stellt in diesem Zusammenhang insbesondere das Selbstwertgefühl dar, das (desöfteren negative) Selbsturteil - d.h. im Grunde eben doch nicht so recht an sich zu glauben (was auch Lachen und Humor oder eine demonstrative gute Laune nicht völlig übertünchen können). Dieser heikle Punkt muss irgendwie bewerkstelligt werden - soll die weltliche Betriebsam- und Geschäftigkeit schlussendlich positive Resultate zeitigen.
Der beste Weg zu einer Zufriedenheit mit sich selbst wäre schlichtweg Selbsterkenntnis: seine exzellente Reflexionsfähigkeit nach innen zu lenken, die zueigenen Licht- wie Schattenseiten besser zu verstehen, sowie diese schließlich zu akzeptieren, so wie sind. Seine ungestillten emotionalen Wünsche und Bedürfnisse zumindest wahrzuhaben (in all ihrer "primitiven" Nacktheit), aber auch die unzweifelhaft in einem vorhandenen Kostbarkeiten und Potenzen. Dabei hieße es u.a., die Existenz von Dingen anzuerkennen, die über den bloßen Verstand hinausreichen. Am Ende geht es um die seelische Integration, um eine charakterliche Ganzheit - darum, generell Kritik und Skepsis zu versöhnen mit Glauben und Vertrauen. Vor allem aber Achtsamkeit und Gespür zu entwickeln für die allzeit in einem sprechende "innere Stimme". Diese überhaupt wahrzunehmen - man muss ja nicht immer auf sie hören.
Thema Autor Datum/Zeit
Das MC in den Zwillingen Richard Vetter 01. Januar 2017 20:57



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