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Leiden die ehemaligen DDR-Bürger am PTBS?
06. Oktober 2016 18:51
Die letzten Tage fragte ich mich, warum Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus vor allem im Osten Deutschlands einen gut gedüngten Nährboden finden. Wir kennen sie auch in der „alten“ Bundesrepublik, aber nicht in diesem Ausmaß, wie zuletzt an den Feierlichkeiten anlässlich des Tags der deutschen Einheit in Dresden. Ich warf einen Blick in das Horoskop der untergegangenen DDR und werde das Gefühl nicht los, dass zumindest das Horoskop nicht untergegangen ist.



Am Tag der Wiedervereinigung standen beide Alterspunkte des DDR-Horoskops in Aspekten zu Jupiter. In der Radix eine Opposition, im Mondknotenhoroskop ein Trigon. Jupiter steht im Stressbereich der 2. Hausspitze. Er neigt dort zur Überkompensation, die sich im Falle eines Menschen sowohl als Mager- oder als Fresssucht auswirken könnte. In jedem Fall ist der Umgang mit Besitz, mit der eigenen Substanz, besonders störanfällig. Dabei hatten viele in der ehemaligen DDR mit der Wiedervereinigung sicher erst einmal die positiven Möglichkeiten im Blick – jetzt kommt das Schlaraffenland, in dem Milch und Honig fließen!



Jupiter vor der 2. Hausspitze hat sehr hohe, um nicht zu sagen überhöhte Ansprüche an Besitz, Komfort und Behaglichkeit. Das ist auch in der alten Bundesrepublik so gewesen, denn im BRD-Horoskop für Bonn steht Jupiter ebenfalls im Schatten der 2. Hausspitze und erhält am 03.10.1990 auch eine Opposition vom Alterspunkt, der jedoch gleichzeitig ein Sextil zur Sonne bildet. Die Autonomie der alten Bundesrepublik blieb gewahrt, denn die DDR trat der BRD bei. Im Westen blieb alles beim Alten und im neuen Horoskop rückt Jupiter vom Stressbereich der 2. Horoskopspitze weiter weg in Richtung Talpunkt 1. Haus. Der AP der Wiedervereinigung bildet im „neuen“ Horoskop der BRD (mit Berlin als Hauptstadt) nur ein Trigon zu Chiron und schließt dem Anschein nach eine Wunde, die Wunde der Teilung.



Doch spätestens im August 1992 wird klar, dass der Schwelbrand Fremdenfeindlichkeit im Osten lichterloh zu brennen begonnen hat: in Rostock-Lichtenhagen! Der Radix- und Mondknoten-AP stand im BRD-Horoskop zwar in Aspekt zu den Planeten auf 17° (Mond, Merkur und Mars), aber im DDR-Horoskop war er soeben in das Zeichen Löwe eingetreten, wo eine aggressive Mars/Pluto-Konjunktion steht, und der Mondknoten-AP lief über Saturn. Saturn bildet mit der Opposition Sonne/Neptun und Mond/Mondknoten ein Reizdreieck. Es zeigt eine ungeduldige und angespannte bis aggressive Haltung. Die Opposition offenbart eine starre Haltung und ist mit Saturn ruhelos auf der Suche nach Informationen und Erkenntnissen, kommt jedoch zu keiner Lösung oder Harmonisierung des Problems (fehlendes Blau).



Die Mond/Mondknoten-Konjunktion kann für die Angst vor dem Fremden und Unbekannten stehen. Solche Kontakte müssen erst mühsam gelernt werden und es kostet immens viel Überwindung, dem Fremden die Hand zu reichen. Es herrschte schon in der DDR Fremdenfeindlichkeit. Vietnamesen und Kubaner hatten es dort schwer und mussten sogar um Leib und Leben fürchten. Die Staatsführung der DDR ignorierte das jahrzehntelang. Nach der Wiedervereinigung wurden diese Konflikte weiter verschwiegen und verdrängt.



Bis am 20.10.2014 Lutz Bachmann PEGIDA ins Leben rief. Jetzt steht der AP im DDR-Horoskop exakt auf Chiron. Das Horoskop der ehemaligen DDR ist offenbar immer noch voller Leben bzw. es gibt Menschen, die weiterhin im Bewusstsein dieses untergegangenen Staates leben, die ihn nicht loslassen wollen oder können. So verrückt es klingen mag: viele Menschen im Osten wünschen sich offenbar die vermeintlich „gute alte Zeit“ zurück. So schrecklich sie auch gewesen sein mag. Ähnliches geschieht schwer Traumatisierten. Jeder hat schon einmal vom posttraumatischen Belastungssyndrom PTBS gehört. Vielleicht leiden sehr viel mehr Menschen im Osten an den psychischen Spätfolgen der 40 Jahre währenden Diktatur, als man sich das bisher vorstellen konnte? Aggressive Verhaltensmuster gehören zu diesem Krankheitsbild.

Im „Westen“ wundern wir uns immer mehr über „die im Osten“. Auch ich muss gestehen, dass mich die Entwicklung dort verständnis- und ratlos zurücklässt. Vielleicht ist sie jedoch in erster Linie ein Symptom für eine „seelische Störung“? Falls dem so ist, könnte man sich diesem „Teil“ intensiv widmen und Wege suchen, ihn zu heilen und so in die Ganzheit Deutschland zu integrieren. Klingt anmaßend, könnte aber helfen, damit nicht noch ältere Zeiten der deutschen Geschichte wieder auferstehen. Es hilft nicht, die Menschen zu verunglimpfen, sondern sie müssen dort abgeholt werden, wo sie im Moment stehen. Dann können auch rechtsextreme Parolen nicht mehr so leicht verfangen. Für diese These spricht, dass die Menschen im Osten mit Fakten nicht erreicht werden können. Es geht nämlich um Gefühle!

In den USA postuliert Joy DeGruy ein Posttraumatic Slave Syndrome (PTSS), welches durch das historische Trauma der Sklaverei in den USA bedingt sei. Sie vertritt die These, dass ein durch das kollektive Trauma der Sklaverei bedingtes PTSS existiere, welches zu einer Reihe von „unangepassten“ Verhaltensweisen führe. Diese Verhaltensweisen wären zur Zeit der Sklaverei zweckmäßig gewesen, doch nun seien sie schädlich für die Betroffenen (wie etwa Erlernte Hilflosigkeit oder Ablehnung des Schulsystems). Das jahrzehntelange Leben in einer Diktatur könnte ähnliche Störungen hervorrufen, die auch in nachfolgenden Generationen nach Jahrzehnten manifest werden können.

Grüße
Birgit

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Huber-Schule (Astrologische Psychologie) - Jyotish (Indische Astrologie)
Thema Autor Datum/Zeit
Leiden die ehemaligen DDR-Bürger am PTBS? Gif Attachments starfish 06. Oktober 2016 18:51



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