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Die Basics (Determination und Freiheit)
16. September 2016 18:29
Der Mensch hat einen freien Willen,
aber keinen Willen ihn zu gebrauchen.
Schopenhauer

Die Astrologische Psychologie (Huber- oder API-Methode) möchte im Menschen eine erhöhte Lernfähigkeit anreizen und zum eigenständigen autonomen Denken anstiften. Sie bietet hierzu keine Fertiglösungen an, sondern sie stellt ein Instrument der Selbsterkenntnis zur Verfügung, wodurch Selbstakzeptanz, Kreativität, Lebensfreude und Freiheit des Menschen gefördert werden. Determinierende Techniken, zu denen insbesondere Prognosen gehören, konterkarieren diese Zielsetzung, denn sie forcieren die Unfreiheit und Abhängigkeit des Menschen. Aus Sicht der Astrologischen Psychologie sind die Erlebnisse der Innenwelt jene wirkenden Kräfte, die bestimmen, wie der Einzelne Ereignisse erlebt, beurteilt und auf sie reagiert.

Der Schweizer Astrologe Bruno Huber erforschte intensiv, inwieweit die in jedem Menschen inhärente Freiheit im Horoskop abgebildet ist und wie das Horoskop Wege zur Freiheit beschreibt. Seine Deutungsmethode legt den Schwerpunkt auf das eine Viertel Freiheit der vedischen Philosophie, das uns aus der Determination des konditionierten Bewusstseins herausführen kann. Prognosen lehnte er ab – nicht, weil sie nicht funktionieren, sondern weil sie uns nur noch mehr in der Determination und Konditionierung versinken lassen. Sie machen uns unfrei, denn sie beziehen sich auf das konditionierte und damit determinierte Bewusstsein – sei es individuell oder kollektiv. Jede eingetroffene Prognose ist deshalb kein Grund zur Freude für den Astrologen, sondern eigentlich müsste er darüber bekümmert sein, denn er konnte lediglich in den Aufzeichnungen unser aller Konditionierungen erfolgreich lesen und den logischsten Ausgang der Entwicklung schlussfolgern.

Ein API-Astrologe kann im Unterschied dazu über Jahrzehnte erprobte Hinweise geben, wie wir diesen Konditionierungen entkommen können. Dieses Wissen finde ich persönlich mit das spannendste und aufregendste an der Astrologie.

Wege zur Freiheit im Horoskop



sind gleichzeitig jene Wege, die unser Bewusstsein in den Kreis in der Horoskopmitte führen. Er ist der Raum der Freiheit jenseits aller Konditionierung. Das Horoskop zeigt in der Summe unsere Konditionierung – und gleichzeitig mögliche Auswege. In seiner Mitte befindet sich unser Wesenszentrum: unendlich, ewig, unveränderlich, frei. Dies ist Purusha, der „Sohn“, der innere Beobachter der äußeren Welt und unserer Gedanken, Gefühle, Handlungen, Konditionierungen, der „Zeuge“.

Das Aspektbild ist eine Darstellung unserer Bewusstseinsstruktur mit ihren subtilsten und tiefsten Konditionierungen. Es wird gerne mit dem Kausalkörper der Theosophie verglichen, dem „Leib der Ursachen“. Die Idee von Körpern als „Fahrzeugen der Seele“ ist nicht allein griechischen Ursprungs (Platon), sondern sie wird bereits im Rig Veda thematisiert. Der augenscheinlichste ist unser physischer Körper, es existiert allerdings auch ein „Fahrzeug“ für Gefühle und Emotionen (Astralkörper), für unsere Gedanken (Mental-Körper), und für unsere Individualität, die „unsterbliche Seele“, die nicht als unveränderlich aufgefasst wird, sondern in deren Hülle die Erfahrungen ihrer früheren Inkarnationen enthalten sind. Der Kausalkörper ändert sich demnach von Leben zu Leben und ist nicht mit Atman zu verwechseln, dem Kreis in der Horoskopmitte.

Die Planeten sind Funktionsorgane des Seelenkörpers, Werkzeuge oder Fähigkeiten, die auf der Lebensreise des Seelenfahrzeuges nützlich sein können, oder auch nicht. Die Tierkreiszeichen geben den Planetenfähigkeiten eine natürliche Prägung, während die Häuser die äußere Welt darstellen, deren Forderungen an den „Reisenden“ dessen Funktionsorgane auf bestimmte Interessen und Verhaltensweisen hin konditionieren.

Innere und äußere Konditionierung

Konditionierung kann zwei Ursprünge oder Ursachen haben. Einmal liegen sie im „Seelenkörper“ selbst, mit dem wir in dieses Leben eintreten. Je nach bevorzugter Philosophie oder Religionszugehörigkeit wird er uns entweder einfach so vom Leben, vom Schicksal, von einer göttlichen Instanz verliehen, oder er ist das Ergebnis, die Summe unserer Erfahrungen früherer Leben. In beiden Fällen bestimmt dieser Seelenkörper unser Aspektbild und die mit ihm verbundenen Planeten, Zeichen und Häuser unsere Wahrnehmung der Welt, in der wir leben, und unsere Wahrnehmung von uns selbst. Dies nenne ich die „innere Konditionierung“. Die „äußere Konditionierung“ ist astrologisch das, was in den Häusern geschieht, der Einfluss der Umwelt auf uns, der besonders prägend in Kindheit und Jugend wirkt, aber auch im Erwachsenenalter, wenn wir uns überwiegend mit den Forderungen der Außenwelt identifiziert haben.

Je mehr wir mit unserem Bewusstsein im Kreis in der Mitte verankert sind, das heißt unsere Konditionierungen erkennen, sie „beobachten“ können, Bewusstheit darüber erlangen, umso freier sind wir. Je mehr wir allerdings in unserem Bewusstsein mit den Häusern und ihren Themen identifiziert sind, umso unfreier und konditionierter sind wir. Dieser Grundsatz stammt aus der Psychosynthese:

Wir werden beherrscht von allem, mit dem wir uns identifizieren.
Wir beherrschen, wovon wir uns disidentifizieren.


Disidentifizieren wir uns von den Objekten der Welt, von unseren Gedanken, Gefühlen, Meinungen und Haltungen (das „meinende Selbst“), und identifizieren wir uns gleichzeitig im Bewusstsein mit dem Kreis in der Horoskopmitte, dem Atman in uns (das „schauende Selbst“), erkennen wir unsere Identität mit Brahman, dem „Vater im Himmel“. Dort ist der Raum der Freiheit.

Das Fadenkreuz und der Punkt der Gegenwart

Im Kreis in der Mitte treffen sich die beiden Achsen des Fadenkreuzes, die Waagerechte der Horizontachse und die Senkrechte der Meridianachse. Das Fadenkreuz des Häusersystems gibt uns im Horoskop eine Orientierung, es teilt das Horoskop in eine obere und eine untere Hälfte sowie in eine linke und rechte Hälfte, aus denen sich die vier Kardinalpunkte des Häusersystems ergeben: links der Aszendent und rechts der Deszendent ergeben die Horizontachse, die in der Huber-Schule Begegnungsachse genannt wird, denn hier begegnen sich das, was ich bin (Aszendent - ICH) und das, was auf mich zukommt (Deszendent - DU). Die Senkrechte verbindet den tiefsten Punkt (Imum Coeli, KOLLEKTIV), unsere Wurzeln und Herkunft mit dem höchsten Punkt (Medium Coeli, INDIVIDUUM), der bewussten Individualität. Sie wird Individual- oder Wachstumsachse genannt.

Der geistige Entwicklungsweg des Menschen geht von der Determiniertheit hin zur Freiheit, das Ziel dieses Weges. Auf der horizontalen Ebene ist der Mensch eingespannt in die Zeit. Auf der einen Seite das Ich, das stets auf Vergangenes bezogen ist, denn es entsteht aufgrund von Erfahrungen in der Vergangenheit, an denen es sich misst, mit denen es sich in Beziehung setzt, und auf der anderen Seite das dem Ich Entgegenkommende, die Begegnung mit dem Unbekannten, dem noch nicht Erfahrenen, der Zukunft. Diese Achse verbindet Vergangenheit und Zukunft und handelt von den Kausalitäten, den Beziehungen von Ursache und Wirkung, denen wir alle im Leben unterliegen. Es ist das Karma, das uns begegnet.

Die vertikale Achse öffnet hier einen Bereich der Freiheit. Auf dem Wurzelboden unserer Herkunft eröffnen sich uns neue Wachstumsmöglichkeiten, mit dem Ziel einer einzigartigen Individualität. Der AC zeigt das Gewordene, unser Ich, während das MC die individuellen Entwicklungsmöglichkeiten anzeigt und damit einen relativen Raum der Freiheit. Sowohl Individualität (MC) als auch Kollektivität, das Anteilhaben am kollektiven Erfahrungs- und Wissensschatz der Menschheit (IC) ermöglicht eine neue Perspektive jenseits der Kausalitäten von Vergangenem und Zukünftigem.


Dort wo sich Waagerechte und Senkrechte, Kausalitäten und Wachstumsmöglichkeiten treffen, liegt der Kreis in der Mitte, die Gegenwart, das ewige JETZT. Im gegenwärtigen Moment ist alles präsent und verfügbar: die Vergangenheit, das Gewordene und die Zukunft des Werdenden sowie die Freiheit jenseits und innerhalb all dessen. Sind wir im Bewusstsein beispielsweise vor allem mit der an den kausalen Bedingtheiten orientierten Waagerechten identifiziert, eröffnen uns die Wachstumsmöglichkeiten der Senkrechten Potentiale der Freiheit.

Die dreifache Persönlichkeit

Der geistige Entwicklungsweg führt von Determination und Konditionierung zur Freiheit durch Aufhebung unserer Identifikationen.

Eine unserer mächtigsten Identifikationen ist das „Ich“, das in der Astrologischen Psychologie dreifach gesehen wird:

Sonne = Denk-Ich (Mental-Körper)
Mond = Gefühls-Ich (Astral-Körper)
Saturn = Körper-Ich (Äther- und physischer Körper)

Die geistige Entwicklung beginnt mit einem starken, in sich gefestigten Ich, einer „integrierten dreifachen Persönlichkeit“. Unser Horoskop kann uns offenbaren, ob wir bereits mit einem starken und einigermaßen gut integrierten Ich auf die Welt kamen, erkennbar an den Positionen und Aspektierungen der drei Ich-Planeten Sonne, Mond und Saturn, oder ob wir hier zunächst auf dem geistigen Weg ansetzen und Grundlagenarbeit leisten müssen, denn ohne integrierte Persönlichkeit ist der geistige Weg nicht ungefährlich. Eine integrierte Persönlichkeit ist in der Lage, ihre Kräfte und Fähigkeiten koordiniert auf ein Ziel auszurichten, das in der Regel dann auch erreicht werden kann.

Stehen zum Beispiel alle drei Ich-Planeten in direkter Aspektierung zueinander, ist dies ein Hinweis auf ein „starkes Ich“, auf ein tiefes inneres Wissen des „ICH BIN“, häufig im Sinne von „ICH BIN unzerstörbar, unendlich, unsterblich“. Eine Aspektierung der Ich-Planeten untereinander kann auch der Vergleich der Radix mit dem Mondknotenhoroskop offenbaren: das Integrationshoroskop, in dem das Grund- auf das Mondknotenhoroskop (AC auf AC) gelegt und sämtliche Aspekte der Ich-Planeten untereinander (und des aufsteigenden Mondknotens) eingezeichnet werden.

Sehr viel häufiger offenbart das Horoskop jedoch noch einiges an Arbeit, um ein stabiles Ich aufzubauen, zum Beispiel, wenn Ich-Planeten nach den Deutungsregeln der Astrologischen Psychologie schwach gestellt sind. In diesem Fall gilt der Grundsatz, dass die Integration unserer Persönlichkeit erreicht werden kann, indem wir unsere Stärken betonen. Der Astrologe wird empfehlen, sich in erster Linie auf den stärksten Ich-Planeten zu konzentrieren, denn er wird im Leben die meisten Erfolgserlebnisse bringen, die uns wachsen lassen und uns das Gefühl geben, stark und mächtig zu sein und Einfluss auf unser Leben zu haben. Schwach gestellte Ich-Planeten werden nicht sonderlich betont, an ihnen wird nicht „gearbeitet“, denn sich auf Schwächen und Mangel zu konzentrieren, ist auf die Dauer frustrierend, fördert Gefühle der Ohnmacht und macht somit noch schwächer. Man nimmt in der Astrologischen Psychologie Schwachpunkte zur Kenntnis - und konzentriert sich auf die Stärken. Die Schwächen wachsen dann ganz von alleine mit.

Die drei geistigen Planeten

Uranus, Neptun und Pluto, die drei in der Neuzeit entdeckten Planeten, werden in der Astrologischen Psychologie „geistige Planeten“ genannt, denn sie spielen auf dem geistigen Entwicklungsweg eine besondere Rolle. Zuweilen werden sie auch als transpersonale Planeten bezeichnet, was ihr Wesen sehr gut beschreibt, denn sie symbolisieren Kräfte und Fähigkeiten, die über die Person und das Ich hinausgehen. Sie erschließen den überbewussten Raum und verbinden den Menschen mit spirituellen Ebenen. Sie führen den Menschen in den Kreis in der Mitte.

Die geistigen Planeten stehen dabei in direktem Zusammenhang mit den drei ICH-Planeten, denn sie ähneln diesen in ihrer Funktionsweise, allerdings ohne ein Ich zu enthalten. In der Regel ist diese „vom Ich disidentifizierte“ Haltung dem Menschen von heute allerdings nicht möglich, denn das Ich maßt sich hier im spirituellen Raum einen Bereich an, in den es nicht gehört, an dem es fehl am Platze ist. Zur Unterscheidung vom persönlichen Bereich (personale Ebene, das dreifache Ich bzw. die dreifache Persönlichkeit), in dem das Ich an seinem rechten Platz ist, spreche ich vom „Ego“, wenn das Ich ohne Transformationsprozesse in geistige oder spirituelle Bereiche eindringen will.

Stehen in einem Horoskop die Ich-Planeten in Aspekt zu geistigen Planeten, geht es für den Menschen im Grunde darum, das Ich durch die Kraft der geistigen Planeten verwandeln zu lassen, mit ihrer Hilfe die Zentrumskraft des Kreises in der Horoskopmitte zu aktivieren und so über sich selbst, über sein Ich hinauszuwachsen. Mit den geistigen Planeten werden dann im Idealfall keine persönlichen, „egoistischen“ Ziele verfolgt, sondern sie werden in den Dienst einer Sache gestellt, die über persönliche Belange weit hinausgeht und die Menschheit als Ganzes einbezieht.


Der aufsteigende Mondknoten

Die Astrologische Psychologie zeichnet in Horoskope nur den nördlichen, aufsteigenden Mondknoten ein, denn er ist der erste Schritt vorwärts in der geistigen Entwicklung, ein Punkt permamentener Gelegenheit zur Weiterentwicklung. Der aufsteigende Mondknoten beschäftigt sich mit der noch zu bewältigenden Arbeit, mit der neuen Leistung, der neu zu entwickelnden Fähigkeit. Wenn wir bereit sind, uns in dieser Richtung anzustrengen, werden wir aus ihr Kraft im Überfluss erhalten und mit Sinnhaftigkeit erfüllt. Der Mondknoten ist somit ein wichtiger Punkt, an dem Einseitigkeiten korrigiert werden und Transformationsprozesse stattfinden können.

Eine einfache Technik, mit der man schnell erkennen kann, ob für einen Menschen in diesem Leben wichtige oder große Transformationsprozesse vorgesehen sind: die geistigen Planeten und den Mondknoten aus der Horoskopzeichnung weglassen und dann wieder einzeichnen. Kommt es hier zu großen Veränderungen im Aspektbild, dann erwarten den Menschen folgerichtig auch große Lernaufgaben, die zuweilen an die Grenzen des Erträglichen führen können, aber immer auch große Chancen zur Weiterentwicklung bieten.

„Äußere Konditionierung“ im Häusersystem

Die „äußere Konditionierung“ ist astrologisch das, was in den Häusern geschieht, der Einfluss der Umwelt auf uns, der besonders prägend in Kindheit und Jugend wirkt, aber auch im Erwachsenenalter, wenn wir uns überwiegend mit den Forderungen der Außenwelt identifiziert haben.

Die Astrologische Psychologie besitzt mehrere Methoden, den Grad des konditionierenden Einflusses durch die Umwelt im Horoskop abzubilden. Zunächst einmal ist die Verschiebung von Zeichen und Häusern zu nennen, die fast immer zu Diskrepanzen zwischen Anlagen und Umweltforderungen führt, wenn wir nicht mit einem Widder-Aszendenten und gleich großen Häusern auf die Welt gekommen sind. Der Tierkreis und die Planeten in den Zeichen weisen auf unsere ursprünglichen Anlagen hin – das, was wir bereits mitbringen, unsere „innere Konditionierung“. Das Häusersystem symbolisiert im Gegensatz dazu die Umwelt, in die wir seit unserem ersten Atemzug hineingestellt sind, wie diese auf uns einwirkt, uns konditioniert, und wie wir auf diese Konditionierung reagieren. Bei Diskrepanzen zwischen Zeichen und Häusern, Anlage und Umwelt, entsteht ein Spannungsgefälle, das eine bestimmte Entwicklungsrichtung anzeigt. Befindet sich zum Beispiel ein veränderliches Zeichen in einem fixen Haus, dann ist das Spannungsgefälle zwischen innerem Wollen und Können (Zeichen) und außerdem Sollen oder Müssen (Häuser) sehr groß. Das fixe Haus fordert Sicherheit, Stabilität und Kontinuität, das veränderliche Zeichen will jedoch Lernen, Veränderung und Freiheit. Für diese Diskrepanz gilt es schöpferisch individuelle Lösungen zu finden.

Bei der Dynamischen Auszählung geht es um diese Diskrepanz zwischen Anlage und Umwelt, zwischen Zeichen und Häusern, die quantitativ erfasst und mit positiven oder negativen Zahlenwerten dargestellt werden. Sie offenbaren einerseits die Konstitution, das angeborene Verhalten und auch das Maß an Forderung (oder Unterforderung) durch die Umwelt. Pluszahlen zeigen eine verstärkte Milieueinwirkung, das Verhalten wurde hier (und wird immer noch) von der Umwelt konditioniert, was einer Determination entspricht. Minuszahlen können demgegenüber Freiräume schaffen, denn sie weisen auf eine unterdurchschnittliche Konditionierung hin, was allerdings auch bedeutet, dass man von der Umwelt wenig Know-how im Umgang mit diesen Lebensthemen vermittelt bekam. Wichtig ist, den Sinn zu erkennen, warum man im einen Bereich Pluszahlen aufweist und im anderen Minuszahlen, warum die eine Qualität von der Umwelt gefördert wurde und die andere nicht.

Das Häuserhoroskop ist eine weitere Technik, die uns Auskünfte über den Unterschied zwischen Anlage und Umwelt vermitteln kann. Das Grundhoroskop entspricht der ursprünglichen inneren Anlage, während das Häuserhoroskop den konditionierenden Einfluss der Umwelt aufzeigt. Auch hier ist es wichtig, den Sinn zu erkennen, warum der eine ein von der Radix sehr stark abweichendes Häuserhoroskop besitzt und der andere nicht. Die blinde (unbewusste) Identifikation mit dem Häuserhoroskop, das heißt mit den Forderungen der Umwelt ist nie die Lösung, sondern der bewusste Umgang, der nur geschehen kann, wenn man um die eigenen ursprünglichen Anlagen weiß (Grundhoroskop) und um die Konditionierung durch die Umwelt, die auch als vom Schicksal mitgegebene Lernaufgabe gedeutet werden kann. Dies setzt jedoch immer einen bewussten Umgang voraus.

Talpunkte – „Einstülpstellen“ zum inneren Zentrum


In der Astrologischen Psychologie spielt das Maß des Goldenen Schnitts eine besondere Rolle. Bruno Huber stieß zufällig darauf. Er erkannte durch Befragung und Beobachtung vieler Menschen, dass Planeten auf Häuserspitzen (Koch-Häuser!) ein besonderes Persönlichkeitsmerkmal bilden. Sie fallen dem Beobachter unmittelbar auf, und der Beobachter wiederum reagiert auf diese Planeten, gibt ihnen ein mehr oder weniger subtiles Feedback aus der Umwelt. Das wiederum nimmt auch der beobachtete Mensch wahr, fühlt sich wahrgenommen, erkannt, oder auch angegriffen, je nach Planet und Aspektierung. Es findet offensichtlich eine Interaktion statt zwischen Hausspitze und Umwelt.

Je weiter weg von der Hausspitze (SP) ein Planet steht, umso geringer findet diese Interaktion statt. Das Minimum findet sich nicht in der exakten Mitte, sondern ein kleines Stück jenseits davon. Als bildnerischer Künstler (Bruno Huber war auch als Fotograf und als Kunstmaler tätig) erkannte er bald, dass dieser Punkt des minimalen Feedbacks seitens der Umwelt mit dem Maß des Goldenen Schnitts berechnet werden konnte. Er wird heute in der Huber-Schule Talpunkt (TP) genannt.

Mangelndes Feedback bedeutet entwicklungspsychologisch „keine Konditionierung“. Planeten an Talpunkten werden von der Umwelt nicht gesehen, nicht wahrgenommen und somit auch nicht gefördert oder gefordert.

Louise Huber nannte die Talpunkte im Häusersystem “Einstülpstellen zum inneren Zentrum”:

Zitat
Louise Huber
Vom innersten Wesen bis zu den Talpunkten ist ein direkter Weg vorhanden. Ein dort stehender Planet wird vom Zentrum hell erleuchtet und ist eine wichtige verbindende Wesenskraft. Wenn z.B. der Uranus am Talpunkt eines Hauses steht, so kann er direkt erreicht werden, das höhere Denken wirkt sich stark aus, und die meditative Annäherung an das Wesenszentrum wird zum leicht begehbaren Weg. Wenn z.B. Saturn direkt von den Energien des Selbst erreicht wird, also wenn er am Talpunkt steht, dann gibt das beim Übergang des Alterspunktes meistens eine verzweifelte Situation entsprechend dem Hausthema. Der Saturn tritt dann als Hüter der Schwelle auf, der den Tod alter Formen verlangt, was oftmals unfasslich und sehr schmerzlich ist. Kristallisierte Verhaltensweisen werden korrigiert und aufgelöst, oftmals zerstört, damit wieder eine harmonische Entwicklung möglich ist.
(Bruno und Louise Huber: Lebensuhr im Horoskop III, Neuauflage: Transformationen)

Mit Planeten an Talpunkten suchen wir besser nicht nach Erfolg und Anerkennung draußen in der Welt, wenn wir nicht im Dauerfrust enden wollen. Immerhin sind sie die Teile in uns, die potentiell einen guten Draht zum Kreis in der Mitte, zum Selbst haben. Meist müssen sie dazu erst einen Wandlungsschritt vollführen, etwas loslassen, etwas transformieren, etwas neu bewerten, auf andere Art und Weise sehen, um durch das Tor in die innere Freiheit schreiten zu können. Dann bekommt der Bibelvers „Die Letzten werden die Ersten sein“ eine ganz neue Bedeutung, denn oft kommen sich Menschen mit wichtigen persönlichen Planeten an Talpunkten wie „der letzte Heuler" vor, eine Null, ein Versager, ein Nichts, von der Welt verkannt und nicht ernst genommen. Doch gerade mit dieser Planetenfähigkeit am Talpunkt, die von der Umwelt absolut verkannt wird, kann von innen betrachtet Großes erreicht werden, nämlich die innere Befreiung.

Fragen sind willkommen und werden soweit möglich auch beantwortet.

Grüße
Birgit

Grafiken:
API-Bildarchiv (Michael Huber) und eigene Bearbeitungen


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Huber-Schule (Astrologische Psychologie) - Jyotish (Indische Astrologie)
Thema Autor Datum/Zeit
Wichtig Die Basics (Determination und Freiheit) Image Attachments (1 Beiträge) starfish 16. September 2016 18:29



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