Erweiterte Suche
Hallo! Einloggen Ein neues Benutzerkonto anlegen
Sedna, eine Radix, ein Mythos, ein Opfer?
16. September 2013 20:10
Sedna beschäftigt mich.
Durch einige "neptunische" Wegmarker bin ich auf sie gekommen.

Es fing an mit einem Bild, ich verlinke mal lieber die Website, weil ich mir wegen des Copyrights unsicher bin:

[everythingsbeautifulhere.blogspot.de]

Ich hielt es für ein Neptunthema, was da gezeigt wird, was gewissermaßen auch grundsätzlich völlig stimmig ist, aber dann fiel noch der Begriff "Sedna", und das passt auf einer detaillierteren Ebene ziehmlich, zum Bild, und zu dem, was mich beschäftigt.


Die Astronomie

Sedna wurde 2003 entdeckt.
Sie gehört zu den Transneptuniern, und ist der am weitesten von der Erde entfernte größere Himmelskörper, der bekannt ist, ausserdem der äußerste benannte Körper im Sonnensystem.

Sedna hat eine höchst elyptische Bahn und ist in deren Aphel-sonnenfernster Punkt- 20,5 mal weiter von der Sonne entfernt, als Pluto an seinem entferntesten Punkt, das Sonnenlicht benötigt an diesem Punkt 5 Tage, um Sedna zu erreichen.
Ihr Perihel, den sonnennächsten Punkt erreicht sie 2076 (wir befinden uns also in einer Erdenzeit, in der Sedna sich der Sonne maximal annähert!), dann braucht das Sonnenlicht immer noch 10 Stunden, um sie zu erreichen.
Sednas Umlaufzeit ist extrem lang, sie braucht rund 12700 Jahre, um die Sonne zu umrunden.

Sie gilt vorläufig als Zwergplanet, war als Planetenkandidat eingestuft, nachdem in einer Abstimmung 2006 aber festgelegt wurde, dass als Planet nur gilt, wer durch seine Anziehungskraft seine Umlaufbahn bereits von anderen Objekten gesäubert hat- hier verschwand auch Pluto offiziell von der Planetenliste- wurde sie den Plutoiden/Zwergplaneten zugeordnet.

Sednas Entstehung ist noch ungeklärt, jedoch drehen sich die Hypothesen nicht um eine Entstehung aus "Planetenbausteinen", wie bei den Objekten des Kuipergürtels- Orcus wäre einer davon- sondern es ist die Rede von einer "Störung von aussen", entweder durch eine Begegnung des Sonnensystems mit einem nahen Stern, oder durch einen etwa marsgroßen Körper unseres Sonnensystems , womit sie ursprünglich ein Objekt des Kuipergürtels gewesen wäre und ein durch diese "Störung" zu einem echtem Einzelfall geworden wäre. (Die Mythologie von Sedna macht diese zweite Hypothese für mich plausibler, als die erstere, dazu unten mehr)

Ihre rote Farbe, die an Mars erinnert, hat sie vermutlich von organischen Verbindungen- was nicht mit "Leben" gleichzusetzen ist, und wahrscheinlich nicht von Eisenvorkommen.

Ich beschreibe das so ausführlich, weil ich finde, dass sich mit diesen Naturgegebenheiten recht gut die Inhalte von Objekten erfassen lassen, und halte das darum für eine unerlässliche und sinnvolle Annäherung.




Die Entdeckungsradix






Ich gehe davon aus, dass der Zeitpunkt der Begegnung eines Himmelskörpers mit der Menschheit- seine Entdeckung auf der Erde also- eine immense Aussagekraft drüber besitzt, welche Themenkomplexe er auf der Erde berührt, welche kollektiven Bilder, die sich aus nichts anderem, als individuellen Bildern zusammen setzen, er uns spiegelt.
Solch eine Radix ist mitnichten eine des Zufalls, sondern kann uns ganz genau zeigen, was uns dieser Himmelskörper an Bildern- mit denen sich arbeiten lässt- und Themen und an Entwicklungswegen bringt.

Manch eine Namensgebug mag unpassend und zufällig sein- diese scheint es meiner Erkenntnis nach nicht zu sein, sie ist vielmehr völlig stimmig.
Das versuche ich zu verdeutlichen, indem ich den Mythos mit der Entdeckungsradix in Beziehung setze.
Natürlich ist mir völlig klar, dass gerade dieser Mythos der Sedna 1001 Möglichkeit der Deutungsebenen zulässt und sinnvoll erscheinen lässt- genauso, wie eine Radix auch auf sehr viele verschiedenen Weisen und auf vielen Wegen gelesen werden kann.




Der Mythos

Benannt wurde das Objekt wegen seines kalten und entfernten Wesens von seinen Entdeckern nach Sedna, der Meeresgöttin der Inuit, die der Sage nach in den kalten Tiefen des Ozeans lebt.


Mythos nach Aua, einem Inuitschamanen, erzählt 1922 dem Polarforscher Rasmussen


Die Deutung

Der Mond- der mütterliche Bereich
Eine junge Frau, die mit dem Vater zusammen lebt, ohne Mutter.
Mond in 12- die verschwundene Mutter, in Konjunktion zu Saturn, die "Mutterhärte", durch das Fehlen selbiger.
All dieses auch noch im Krebs.
Vermutlich ist das Verlassensein durch das Mütterliche/Weibliche die Ausgangswunde für den weiteren Entwicklungsweg der kleinen Sedna gewesen.
Chiron steht in Opposition zuder Mond/Saturn-Konjunktion.
Der Mond in 12 bedeutet aber mehr, als nur die Mutter, die nicht greifbar ist, nicht dem Kind nährend und orientierend zur Verfügung steht.
Das Finden des Mütterlichen in sich selber, in der Tiefe des Ozeans, die Entfaltung der Fruchtbarkeit inmitten der größten Wunde- es werden die Meeressäuger "geboren" aus den abgeschlagenen Fingern- auch dies ist ein Bild für Mond im Krebs in 12 mit Saturn dran in Opposition zu Chiron.
Zunächst aber gilt:
Wie hätte das Mädchen auch Instinkt entwickelt haben sollen, wenn die Mutter fehlt, die auf dem Weg der Begegnung mit dem Männlichen ihre gereifte weise Weiblichkeit, ihre Erfahrung mit dem Männlichen, dem Mädchen unterstützend zur Verfügung stellt?
Es ist die Weisheit der reifen Mütter (was nicht bedeutet, dass alle Mütter weise und reif sind...), ohne die ein Mädchen es zunächst schwerer hat, den weiblichen Instinkt zu entwickeln, der ihr - nicht nur in der Begegnung mit dem Männlichen- im Leben als verlässliches Leitwerk dienen kann.
Der Weg in die Begegnung mit dem in ihr angelegten Männlichen hinein, beeinflusst vom fehlenden Mütterlichen ist aber im Folgenden der Entwicklungsweg der Sedna dann doch zu ihrer ganz eigenen Mütterlichkeit und Weiblichkeit reifen lässt.



Die Sonne, der Mars und Venus- der Vater und die Beziehung zum Männlichen
Sedna will nicht heiraten. (Uranus in 7).
Das ideale Opfer für die Begegnung mit einem dunklen Mann, einem Betrüger und Trickster- Neptun am Deszendenten und Uranus in 7- der seine wahre Gestalt erst enthüllt, als es zu spät scheint.
Der Animus , noch ganz im Dunkeln.
Zeigt sich geradezu klassisch passend als Mars in 8 im Quadrat zu Pluto.
Der sich mit Uranus in 7 als hässlicher kleiner Mann enttarnt und-Uranus ein paar Ebenen tiefer, als "Sturmvogel".

Pluto steht wo?
Neben der Venus.
Wobei das männlich Dunkle, wie sich im späteren Verlauf der Geschichte auch noch verdeutlicht, schon im Vater angelegt ist (AC-Herrscher Sonne im Skorpion in 4-die Herkunft.)
Vielleicht wollte ja Sedna eben schon heiraten, und hat mit ihrer plutonischen Venus auf eben solch einen Mann gewartet.
Den Mann, der sie, so schwer ihr Schicksal zunächst auch ist, in die Entwicklung ihrer Weiblichkeit bringt.
Dazu musste er sie zwangsläufig zunächst täuschen, sonst hätte sie ihn nämlich gar nicht erst genommen.
Und sie hat sich täuschen lassen.
Mit Schützevenus im Quadrat zu Jupiter fiel es ihr sicherlich nicht schwer, das "Kleingedruckte" zu übersehen...
So ist das mit dem Leiden.
Wir wählen es nie und doch bringt es uns in die notwendige alchemistische Entwicklung.
So wird aus dem Schmerz die Perle, um es passend mit einem Neptunbild zu sagen.
Und alle Radixfaktoren passen - wie immer- auf fast schon unglaubliche Weise perfekt zusammen.

Mit der Sonne auf den südlichen Mondknoten im Skorpion fühlt der Vater eine tiefe Verbindung zu seiner Tochter und möchte zudem- oder vorrangig?-das Alte bewahren- vielleicht ist das der wahre Grund, warum er sie zunächst mit einem Betrüger mit gehen lässt und das wäre ganz in seinem Sinne gewesen, so glaubt er, sie bei nächster Gelegenheit zurück holen zu können ins väterliche Nest.
Der Gedanke an Inzest liegt nahe, zumindest an eine Tochter, die die offenbar fehlende Frau ihm ersetzen soll.
"Er deckte sie mit seiner Haut zu."
Väterliches, Mütterliches und das Kind verschmelzen hier im vierten Haus der Tochterfrau weit jenseits der Pubertätsschwelle zu einer höcht fragwürdigen Einheit.
Dieser "Schutz" kann natürlich nicht lange stand halten.
Der Gegnr ist nämlich nicht nur ein erwachsener Mann, sondern darüberhinaus eben dieser Sturmvogel Uranus mit plutonischen Zügen, der einen kaum zu bewältigenden Gegner darstellt für den Vater.
Und diesen gleichzeitig , ebenso wie dessen Tochter Sedna, aus der entwicklungshemmenden destruktiven symbiotischen und inzestiösen Bindung befreien kann.
Dafür muss schon ein Sturm her.
Spätestens an dieser Stelle bekommt der Vater Angst um sein eigenes Leben und stösst Sedna aus dem Boot.

Der Mars- die Handlungsfähigkeit und die Hingabe
Astrologisch werden die Arme und die Hände traditionell dem Zwilling zugeordnet.
An dieser Stelle erscheint mir das jedoch unpassend.
Hände und handeln.
Handeln- Mars erscheint mir hier sehr viel passender.
Hier geht es um die Handlungsfähigkeit.
Die Sedna, der Mars steht in den Fischen- ohne Erfolg- nur benutzt, um sich am Boot des Vaters und damit am Leben- dem Leben im väterlichen Bereich, das ihre einzige bekannte Alternative ist zu dem entsagunsreichen Leben mit dem häßlichen Vogel, festzuklammern.
Mars in 8 in den Fischen wird also einzig dafür genutzt, sich an der Vorstellung festzuhalten.
Der Vater schlägt ihr die Finger ab.
Er nimmt ihr selbst diese letzte Handlungsfähigkeit.
Damit ist der Mars endgültig im Ozean...
So weit, so schlimm.

Die Entwicklung
Das ist aber nicht die ganze Geschichte.
Auf den ersten Blick liesse sich Sedna als typisches Opfer des Männlichen, sowohl de Vaters, als auch ds Ehemannes betrachten.
Möglichwerweise sogar als ein Inzestopfer, als Betrugsopfer, als Gefangene, als an ihrer Entfaltung Gehinderte, am Ende sogar als Mordopfer.
Aber dahinter sehe ich hier eine zutiefst fruchtbare Entwicklungsgeschichte.
"Sie sank auf den Grund des Meeres, dort wurde sie zum Weibe, das über die Seetiere herrscht."
Eine Frau, der nichts anderes übrig blieb, als sich ihrem Schicksal hinzugeben, an den Grund des Meeres hinab zu sinken.
Aus ihren abgeschlagenen Fingern sind die Seetiere entstanden.
(Analogie zur Zoologie- alle Meerssäuger haben sich nicht im Meer entwickelt, sondern sind sekundär ins Meer zurück "gegangen"...zurück zu Neptun.)
Sedna hat das höhere Leben ins Meer gebracht, es beseelt.
Dem Fischemars gegenüber steht Jupiter in der Jungfrau.
Die Opposition wurde gelöst, indem sich das Leben (Jungfrau) im Meer (Fische) entfaltet (Jupiter/Mars).
Ein Opfer im höchten Sinne.
Es wurde etwas geopfert für etwas noch Höheres.
Sedna blieb nicht gefangen im Opfersein, sie hat vielmehr sich gewandelt um etwas völlig Neues, Kostbares ins Leben zu bringen.
Aus der Menschenfrau wurde die Göttin über das Seelenleben im Neptunischen, "das Weib der Tiefe".
Der Ausweg aus dem menschlichen Opferdasein ist meines Erachtens der mitten in Neptun hinein, ins Göttliche.
Oder: Eine Krise lässt sich immer nur auf einer höheren Ebene auflösen.


Fortsetzung
Das ist aber nicht einmal das Ende der Geschichte.
Wie es mit Neptun/Saturn so ist- der Mond mit Saturn in Konjunktion steht im Krebs in 12, das war der Anfang der Geschichte- auf der Erde, selbst wenn der Weg über Göttlichwerdung oder die Anbindung ans Göttliche geht, muss, und besser noch kann, das Neptunische, die neptunische Entwicklung immer auf die Erde gebracht werden, in diesem Bild des Mythos aus dem Ozean auch wieder hinaus und mitten ins irdische Leben hinein und genau das gelingt auch.

Ganz "nebenbei" wird in der Fortsetzung des Mythos auch die problematische Spaltung zwischen Männlich und Weiblich, zwischen Animus und Anima gelöst.
Dazu möchte ich in den nächsten Tagen noch etwas schreiben.
Es passt hervorragend zu unserer Erdenzeit,in der der Himmelskörper Sedna dem Sonnenlicht nach Jahrtausenden der Entfernung wieder ganz nahe kommt.
Im Stier übrigens.
Für mich ist es ohne jeden Zweifel kein Zufall, dass Sedna in diesem Jahrhundert entdeckt worden ist, sich offenbart hat und ihren Entdeckern sei Dank für die überaus passende Namenfindung.
Thema Autor Datum/Zeit
Sedna, eine Radix, ein Mythos, ein Opfer? Gif Attachments kalypso 16. September 2013 20:10



In diesem Forum dürfen leider nur registrierte Teilnehmer schreiben.

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen