CancLea (394 Beiträge)
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16-Sep-07, 16:02 Uhr (MEZ)
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"Hölderlin, Kleist, Nietzsche" |
Stefan Zweig schreibt Interessantes über Hölderlin, Kleist und Nietzsche und zeigt deren unterschiedliche Sichtweise in Verbindung zu Schiller und Goethe. Stefan Zweig gibt in seinen Texten zudem astrologische Hinweise, weshalb ich Passagen aus seinem Buch über die einzelnen Personen gern hier festhalten, darstellen möchte oder bei Interesse besprochen hätte. Mein Hauptanliegen gilt allerdings der Betrachtung der gesellschaftlichen und politischen Zusammenhänge in Bezug auf Hades und Sedna, und deshalb erachte ich für mich die Auseinandersetzung mit den vorhandenen Texten von bekannten Menschen des 18. und 19. Jh. für erforderlich. Er schreibt: „…Die drei heroischen Gestalten Hölderlins, Kleistens und Nietzsches haben eine sinnfällige Gemeinsamkeit schon im äußeren Lebensschicksal: sie stehen gleichsam unter demselben horoskopischen Aspekt. Alle drei werden sie von einer übermächtigen, gewissermaßen überweltlichen Macht aus ihrem eigenen warmen Sein in einen vernichtenden Zyklon der Leidenschaft gejagt und enden vorzeitig in einer furchtbaren Verstörung des Geistes, einer tödlichen Trunkenheit der Sinne, in Wahnsinn oder Selbstmord. Unverbunden mit der Zeit, unverstanden von ihrer Generation, schießen sie meteorisch mit kurzem strahlenden Licht in die Nacht ihrer Sendung. Sie selbst wissen nicht um ihren Weg, um ihren Sinn, weil sie nur vom Unendlichen her in Unendliches fahren: kaum streifen sie in jähem Sturz und Aufstieg ihres Seins an die wirkliche Welt. Etwas Außermenschliches wirkt in ihnen, eine Gewalt über der eigenen Gewalt, der sie sich vollkommen verfallen fühlen: sie gehorchen nicht (schreckhaft erkennen sie es in den wenigen wachen Minuten ihres Ich) dem eigenen Willen, sondern sind Hörige, sind (im zwiefachen Sinne des Worts) Besessene einer höheren Macht, der dämonischen…“
„…Hölderlin, Kleist und Nietzsche sind von diesem promethidischen Geschlecht, das feurig die Grenzen des Lebens durchstößt, rebellisch die Formen durchdringt und im Übermaß der Ekstase sich selbst vernichtet…“ „…Goethe: damit ist nun schon der Name für den polaren Typus ausgesprochen, dessen Gegenwart sinnbildlich dies Buch durchwaltet. Goethe hat alles Dämonische mit einer bei ihm seltenen und geradezu erbitterten Entschiedenheit bekämpft. Und durch nicht mehr als durch diese Erbitterung der Abwehr verrät er, dass auch ihm der Kampf mit dem Dämon das entscheidende Existenzproblem seiner Kunst gewesen ist. Denn nur wer dem Dämon inmitten seines Lebens begegnet, wer ihm schauernd ins medusische Auge gesehen, wer ihn erfahren in seiner ganzen Gefahr, nur der kann ihn dermaßen als fürchterlichen Feind empfinden…“ „…Was zunächst an Hölderlin, Kleist und Nietzsche sinnfällig wird, ist ihre Unverbundenheit mit der Welt. Wen der Dämon in der Faust hat, den reißt er vom Wirklichen los. Keiner der drei hat Weib und Kind (ebenso wenig wie ihre Blutsbrüder Beethoven und Michelangelo), keiner Haus und Habe, keiner dauernden Beruf, gesichertes Amt. Sie sind nomadische Naturen, Vaganten in der Welt, Außenseiter, Sonderbare, Missachtete, und leben eine vollkommen anonyme Existenz. Sie besitzen nichts im Irdischen: weder Kleist noch Hölderlin, noch Nietzsche haben jemals ein eigenes Bett gehabt, nichts ist ihnen zu eigen, sie sitzen auf gemietetem Sessel und schreiben an gemietetem Tisch und wandern von einem fremden Zimmer in ein anderes. Nirgends sind sie verwurzelt, selbst EROS vermag nicht dauernd zu binden, die sich dem eifersüchtigen Dämon vergattet haben. Ihre Freundschaften werden brüchig, ihre Stellungen zerstieben, ihr Werk bleibt ohne Ertrag: immer stehen sie im Leeren und schaffen ins Leere. So hat ihre Existenz etwas Meteorisches, etwas von unruhig kreisenden, stürzenden Sternen, indes jener Goethes eine klare, geschlossene Bahn zieht…“ Friedrich Hölderlin wurde am 20.03.1770 in Lauffen am Neckar geboren. Hilfsweise habe ich ein Mittagshoroskop erstellt. Ganz auffällig und bedeutend erscheint mir beim ersten Anblick die Konjunktion von Hades und Ceres im Quadrat zu Saturn. Neptun steht im Halbquadrat zu Saturn und zur Konjunktion von Hades und Ceres. 
Stefan Zweig schreibt über Hölderlin:
„…Die wahren Widerparte seines heroischen Willens im Kampf um das Leben als Dichtung sind die zärtlich ihn liebende, die zärtlich geliebte Familie, Mutter und Großmutter, seine nächsten Menschen, die er in ihren Gefühlen nicht verwunden mag und doch früher oder später schmerzhaft zu enttäuschen genötigt ist: wie immer hat das Heldenhafte eines Menschen keinen gefährlicheren Widersacher als gerade die zärtlich Wohlmeinenden, die innig Gutmütigen, die alle Spannung gütlich beschwichtigen wollen und das ‚heilige Feuer’ mit sorglichem Atem niederdrücken zur häuslichen Herdflamme…“ „…alle Dinge der unsterblichen Natur sind ohne Sinn, solange sie nicht von Sterblichen erkannt, solange sie nicht irdisch geliebt werden. Die Rose wird erst wahrhaft zur Rose, wenn sie ein Blick schauend in sich trinkt, die Abendröte erst Herrlichkeit, wenn sie in der Retina eines Menschenauges widerleuchtet. Wie der Mensch das Göttliche, um nicht vergehen, ebenso braucht das Göttliche, um wahrhaft zu sein, den Menschen…“ „…Nicht also aus einer Trauer, einer müßigen Langeweile wie bei jenem erschafft sich das Göttliche den Dichter – immer waltet bei Schiller noch die Idee der Kunst als irgendeines erhabenen Spiels -, sondern aus einer Notwendigkeit: ist ist nicht ohne den Dichter, das Göttliche, es wird erst durch ihn. Dichtung – hier tastet man an den Urkern des Hölderlinschen Ideenkreises – ist eine Weltnotwendigkeit, sie ist nicht bloß eine Kreation innerhalb des Kosmos, sondern die Erschaffung des Kosmos selbst. Die Götter senden nicht aus Spieltrieb den Dichter, sondern aus Notwendigkeit: sie brauchen ihn, den Gesandten des strömenden Worts: Es haben aber an eigner Unsterblichkeit die Götter genug, und bedürfen Die Himmlischen eines Dings, So sind’s Heroen und Menschen Und Sterbliche sonst. Denn weil Die Seligsten nichts fühlen von selbst, Muß wohl, wenn solches zu sagen Erlaubt ist, in der Götter Namen Teilnehmend fühlen ein andrer, Den brauchen sie. Sie brauchen ihn, die Götter, und ebenso brauchen die Menschen die Dichter, die Heiligen Gefäße, Worin der Wein des Lebens, der Geist Der Helden sich aufbewahrt. „…Wer einmal das Gelöbnis des Dienstes tat, bleibt gebunden, niemals kann er das NESSUShemd der Dichtung von sich abreißen, er verbrennte sich denn selbst (HERAKLES und all der Helden Schicksal)…“ „… Aber dieser zarte, schmächtige Pastorenenkel Hölderlin hat wie jener Pastorensohn, wie Nietzsche, den antiken Mut, ja die promethidenhafte Lust, sich mit dem Unendlichen zu messen…“ „…Seine Phantasie wiederum schwelgt in einer vagen und doch gestaltlosen Welt…“ „…Wichtigste Elemente der Gestaltung fehlen selbst in spurhafter Andeutung: sinnlicher Blick, Humor, Menschenkenntnis, kurz alles, was vom irdischen Bezirke stammt, und da Hölderlin aus beharrlichem Instinkt jede Vermengung mit dem Leben abweist, steigert sich die eingeborene Lebensblindheit zu einem absoluten Traumzustand, zu einer idealen Ideologie der Welt…“ „…Hölderlin ist vor allem ein Intensitätsproblem…“ „…Niemals in der deutschen Literatur war das Gedicht vor ihm oder nach ihm so durchaus flughaft, so aufgehoben über die Erde: wie aus einer geistigen Vogelschau, immer also von oben sind die Dinge gesehen, aus jenem heiligen Oben, dem Hölderlin mit der brennenden Triebkraft seines Gefühls schwärmerisch entgegenstrebt. Niemals hat Hölderlin (das ist seine Größe und seine Beschränkung) die Welt sehen gelernt…“ „…immer stößt er sich wie ein Pfeil vom gespannten Bogen in das Himmlische, ins Unsichtbare empor, denn er braucht die Selbststeigerung, um sein wahres Selbst zu fühlen…“ „…Der ihn am nächsten kannte und ihn oft in den Tagen des verdunkelten Geistes gesehen, Waiblinger, hat ihn PHAETON genannt in einem Roman…“ „…scherzend schreibt er der Mutter, „seit er keine Sorgen und Grillen mehr habe, beginne er dick zu werden“, rühmt die zuvorkommende Gefälligkeit seiner Freunde, die des kaum begonnenen Hyperion erste Bruchstücke in Schillers Hand und damit der Öffentlichkeit übergeben. Einen Augenblick lang hat es den Anschein, als sei Hölderlin beheimatet in der Welt. Aber bald hebt sich die dämonische Unruhe in ihm empor, jener „furchtbare Geist der Unrast“, die ihn „wie Wasserflut auf Bergesgipfel“ treibt. Aus den Briefen beginnt eine leichte Verdüsterung zu sprechen, Klagen über die Abhängigkeit, und plötzlich bricht die Ursache hervor: er will fort. Hölderlin kann nicht in einem Amt, in einem Beruf, in einem Kreise leben: jede andere als eine poetische Existenz ist ihm unmöglich. Noch mag es ihm in dieser ersten Krise nicht bewusst sein, dass nur eine innere Dämonie ihm eifersüchtig jede weltliche Beziehung unhaltbar macht, noch benennt er, was die immanente Entzündlichkeit seines Triebwillens ist, mit äußeren Ursachen…“ „…Schiller mahnte ihn: Fliehen Sie womöglich die philosophischen Stoffe, sie sind die undankbarsten… bleiben Sie der Sinnenwelt näher, so werden Sie weniger in Gefahr sein, die Nüchternheit in der Begeisterung zu verlieren.“ Und es dauert lange, bis Hölderlin die Gefahr der Nüchternheit gerade im Irrgarten der Logik erkennt: der feinste Barometer seines Wesens, die sinkende Produktion erst zeigt ihm an, dass er, der Flugmensch, in eine Atmosphäre geraten ist, die auf seine Sinne drückt. Dann erst stößt er gewaltsam die systematische Philosophie von sich: „Ich wusste lange nicht, warum das Studium der Philosophie, das sonst den hartnäckigen Fleiß, den es erfordert, mit Ruhe belohnt, warum es mich, je uneingeschränkter ich mich ihm hingab, nur um so friedloser und selbst leidenschaftlich machte. Und ich erkläre es mir jetzt daraus, dass ich in höherem Grade, als es nötig war, mich von meiner eigentümlichen Neigung entfernte…“ „…Schiller erlebt nur mehr mit dem Geiste, nicht mehr mit der ‚Unteilbarkeit’ (die Hölderlin fordert) des ganzen Seins, der aufgebotenen Existenz. Und es muß eine seltsame Stunde für den ehrlichen klaren Mann gewesen sein, als Hölderlin zum erstenmal vor ihn tritt. Denn dieser Hölderlin ist ja sein ureigenstes Geschöpf: nicht dass er ihm bloß die Form des Verses und die geistige Orientierung dankt, sondern sein ganzes Denken ist seit Jahren ausschließlich nur von den Ideen Schillers, von seinem Glauben an die Erhöhung der Menschheit genährt…so erkennt er in Hölderlin seine eigene Übersteigerung, sein menschgewordenes Wort…Aber gerade die vulkanische Feurigkeit, dieser Enthusiasmus (den er dichterisch unablässig propagiert) erscheint dem gereiften Manne als gefährlich für den normalen Lebenszustand: Schiller kann an Hölderlin menschlich nicht gutheißen, was er dichterisch gefordert…Hier offenbart sich für Schiller vielleicht zum erstenmal die gefährliche Unstimmigkeit, die er durch die Zweiteilung seines inneren Lebens provoziert hat…“ „Die erste Schlacht um sein Schicksal als dichterische Existenz scheint verloren, denn Hölderlin muß wieder der Mutter zur Last fallen und mit jedem Bissen Brot heimlichen Vorwurf mitwürgen…“
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| Betreff |
Verfasser |
Datum und Zeit |
ID |
RE: Hölderlin, Kleist, Nietzsche |
Widderwaage |
16-Sep-07 19:35 Uhr |
1 |
RE: Hölderlin, Kleist, Nietzsche |
Phil |
16-Sep-07 20:25 Uhr |
2 |
RE: Hölderlin, Kleist, Nietzsche |
Klaus |
16-Sep-07 20:33 Uhr |
3 |
RE: Hölderlin, Kleist, Nietzsche |
CancLea |
17-Sep-07 11:32 Uhr |
4 |
RE: Hölderlin, Kleist, Nietzsche |
CancLea |
17-Sep-07 15:56 Uhr |
5 |
RE: Hölderlin, Kleist, Nietzsche |
Klaus |
17-Sep-07 22:30 Uhr |
6 |
RE: Hölderlin |
federkiel |
18-Sep-07 07:52 Uhr |
7 |
RE: Hölderlin, Kleist, Nietzsche |
federkiel |
18-Sep-07 08:07 Uhr |
8 |
RE: Hölderlin, Kleist, Nietzsche |
Klaus |
18-Sep-07 08:33 Uhr |
9 |
Solar 1802 / Hölderlin |
Phil |
18-Sep-07 14:29 Uhr |
10 |
RE: Solar 1802 / Hölderlin |
CancLea |
18-Sep-07 22:47 Uhr |
11 |
RE: Solar 1802 / Hölderlin |
Klaus |
18-Sep-07 22:55 Uhr |
12 |
RE: Solar 1802 / Hölderlin |
Klaus |
18-Sep-07 23:34 Uhr |
13 |
RE: Solar 1802 / Hölderlin |
Phil |
19-Sep-07 05:55 Uhr |
14 |
RE: Solar 1802 / Hölderlin |
CancLea |
19-Sep-07 09:04 Uhr |
15 |
RE: Solar 1802 / Hölderlin |
CancLea |
19-Sep-07 17:52 Uhr |
16 |
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Widderwaage (944 Beiträge)
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16-Sep-07, 19:35 Uhr (MEZ)
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1. "RE: Hölderlin, Kleist, Nietzsche" |
LETZTE BEARBEITUNG AM 16-Sep-07 UM 20:43 Uhr (MESZ)Hallo CancLea! In Astroplus ist die Geburtszeit Hölderlins mit 23:59 Lokalzeit angegeben, Quelle: Aus verschiedenen kleineren Datensammlungen. Auch bei Astrosesam ist es so angegeben. Dort wird auch der Todeszeitpunkt verzeichnet: 7. 6. 1843, 04:00 Tübingen. Ab 1806 „in geistiger Umnachtung“ heisst es da auch. Vielleicht bringt dir das noch irgend etwas. Mit dieser Zeit hätte Hölderlin eine exakte MO-PL-Konjunktion. Allerdings fällt dann das „schöne“ Talentdreieck eigentlich weg. Liebe Grüsse Widderwaage
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Phil (3609 Beiträge)
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16-Sep-07, 20:25 Uhr (MEZ)
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2. "RE: Hölderlin, Kleist, Nietzsche" |
Hallo CancLea und Widderwaage, in Taeger findet man die Angabe "4 D" - also die schlechteste Angabe, dirty data oder rein spekulativ. Aufschlussreich ist auch hier der vorgeburtliche Neumond:  aufschlussreich, weil die Viererkonjunktion (in Fische) im 7.Feld steht, was m.E. seine Verklärung Diotimas zusammen mit der Neptun-Opposition und der Rezeption Merkur-Neptun eben das hohe Gegenüber und die spätere tiefe Depression nach dem Tod der Geliebten, auch die folgende Verwirrung, gut darstellt. Viele Grüsse, Phil
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Klaus (3017 Beiträge)
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16-Sep-07, 20:33 Uhr (MEZ)
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3. "RE: Hölderlin, Kleist, Nietzsche" |
LETZTE BEARBEITUNG AM 16-Sep-07 UM 20:36 Uhr (MESZ)Hallo zusammen, bei allem Respekt vor den Mittagsbildern: einen Krebs_Ac kann ich mir bei H. nicht vorstellen. Er war ja kein Romantiker, sieht man von einigen wenigen kleineren Arbeiten ab. Der Abstand zwischen den Empfindungswelten eines Eichendorffs und eines Hölderlins ist immens. Zu den Zitaten - sie treffen teils zu, teils liegen sie daneben Die müsste man im einzelnen durchgehen, sie stammen aus der Zeit der frühen H.-Renaissance, in der die Konturen noch diffus waren, in der H. zT noch als Romantiker gesehen wurde. „…Seine Phantasie wiederum schwelgt in einer vagen und doch gestaltlosen Welt…“ Das zB halte ich gar für gänzlich "daneben". H. ist zwar selten "dinglich" (Ausnahme "Heidelberg"), aber nie "gestaltlos". Es gibt bei Döbereiner ein gemutmaßtes Bild mit einem AC um die 22 Grad Jungfrau - wenn man sich die "Diotima" - Dichtungen anschaut, dann könnte das in Teilen hinhauen. Aber die Lektüre der großen Dichtungen, bis hin zur Rheinhymne, "Brot und Wein", bis hin zur Patmos-Dichtung - da setzt die Jungfrau aus, da ist sie einfach völlig überfordert. Also für mich ist ein Jungfrau-AC völlig undenkbar. H. war ja der letzte Grieche, und da müsste der Wassermann erscheinen - immer wieder sein Anruf, "ins Offene" zu gehen. Ich persönlich lehne jede Horoskopkonstruktion ab - Rektifizierungen "ja", reine Mutmaßungen "nein" - aber auch da kann man geteilter Meinung sein. Den Löwe-AC im vNM mitsamt seiner Polarität zum Wassermann in sieben ist aber recht plausibel. Grüße, Klaus
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CancLea (394 Beiträge)
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17-Sep-07, 11:32 Uhr (MEZ)
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4. "RE: Hölderlin, Kleist, Nietzsche" |
Hallo,vielen Dank erst einmal für Eure Rückmeldungen. Ich kannte Hölderlin bis ich auf das Buch von Zweig gestoßen bin, überhaupt nicht und müsste mich in seine Texte erst einlesen, um eine persönliche Einschätzung abzugeben. Ich bin eher mit Nietzsches Person und seinen Texten vertrauter. Im vorliegenden Buch ‚Der Kampf mit dem Dämon’ muss ich natürlich die subjektive Einfärbung durch Zweigs Naturell berücksichtigen. Was ich aber durchweg erkennen kann aus den Texten ist, dass ich den Neptun in jedem Fall im I. Quadranten belassen würde und das Quadrat zwischen Neptun und dem Mondknoten eine bedeutende Rolle gespielt haben muss, zumal Neptun rückläufig in Richtung genauem Quadrat geht. Gewöhnlich bin ich von Mittagshoroskopen auch nicht überzeugt. Es entstand wie schon erwähnt hilfsweise, um überhaupt ein Bild erst einmal aufzuzeigen. Aus dieser Konstellation geht zwar die harmonische Verbindung von Mond, Uranus und Neptun hervor, aber ich bin nicht sehr einverstanden mit der Stimmigkeit bzw. da müsste die Position Saturns im Krebs und auf der anderen Seite die Position des Mondes im Steinbock berücksichtigt werden. Zudem sehe ich Saturn auch eher im IV. Quadranten. Das vNM Horoskop bestätigt auch durch die Opposition von Mars zu Saturn die Schwierigkeit mit der Durchsetzung. Aber beim Lesen des Buches hatte ich immer wieder ein ungutes Gefühl, weil Hölderlin sich nur auf eine Neigung konzentriert oder verschrieben und alles andere ausgeblendet zu haben scheint. Solche gravierenden Entscheidungen für das eigene Leben wollen mir irgendwie nicht einleuchten. Und wenn Zweig schreibt, dass Hölderlin sich im Grunde als Produkt aus Schillers Texten aufgebaut hat, sehe ich eine (unbewusst) bewusste Entscheidung, also als künstliche Erschaffung seines Selbst oder der Rolle, die er in seinem Leben für bedeutend hielt. Und diese Konstellation suche ich noch in seinem Horoskop. Was mir aber sofort ins Auge gestochen ist, weil ich diese Worte aus Nietzsches Werken her kenne, ist folgende Stelle: „…Denn dieser Hölderlin ist ja sein ureigenstes Geschöpf: nicht dass er ihm bloß die Form des Verses und die geistige Orientierung dankt, sondern sein ganzes Denken ist seit Jahren ausschließlich nur von den Ideen Schillers, von seinem Glauben an die Erhöhung der Menschheit genährt…so erkennt er in Hölderlin seine eigene Übersteigerung, sein menschgewordenes Wort…“ Die Erhöhung der Menschheit oder bei Nietzsche heißt es ‚der Übermensch’ scheint für diese Epochen irgendeine Bedeutung zu haben.
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CancLea (394 Beiträge)
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17-Sep-07, 15:56 Uhr (MEZ)
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5. "RE: Hölderlin, Kleist, Nietzsche" |
Wenn ich wüsste, wann Hölderlin die folgenden Zeilen schrieb, könnte ich einen Zusammenhang mit Hades herstellen, denn diese Worte kommen mir aus eigener Erfahrung sehr bekannt vor:„…Ich hatte es nie so ganz erfahren, jenes alte feste Schicksalswort, dass eine neue Seligkeit dem Herzen aufgeht, wenn es aushält und die Mitternacht des Grams durchduldet und dass wie Nachtigallengesang im Dunkeln göttlich erst im tiefen Leid das Lebenslied der Welt uns tönt…“ Allerdings würde ich nicht so sehr von aushalten und durchdulden des Erlebten sprechen, sondern eher von Ergeben, Hingeben und danach von Anerkennen dieser Kraft. Es ist ja, wenn ich es richtig verstanden habe, als Schiller und Diotima erloschen, die Stunde über den Verlust der Illusion und Gewahrwerden des Seins. P.S.: Das Buch Hyperion habe ich soeben bei mir im Regal entdeckt. Wird wohl jetzt Zeit, ihn hervorzukramen. 
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Klaus (3017 Beiträge)
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17-Sep-07, 22:30 Uhr (MEZ)
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6. "RE: Hölderlin, Kleist, Nietzsche" |
Hallo CancLea, das ist aus dem Hyperion, und es könnte das letzte Kaptel sein (bin jetzt zu träge um nachzuforschen). Beginn der Ausarbeitung des "Hyperion" in Tübingen 1792, Absendung der Druckvorlage für den zweiten Band Ende 1798. Freundliche Grüße, Klaus
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federkiel (3262 Beiträge)
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18-Sep-07, 08:07 Uhr (MEZ)
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8. "RE: Hölderlin, Kleist, Nietzsche" |
„…Ich hatte es nie so ganz erfahren, jenes alte feste Schicksalswort, dass eine neue Seligkeit dem Herzen aufgeht, wenn es aushält und die Mitternacht des Grams durchduldet und dass wie Nachtigallengesang im Dunkeln göttlich erst im tiefen Leid das Lebenslied der Welt uns tönt…“Fortsetzung: "Denn, wie mit Genien, lebt' ich jetzt mit blühenden Bäumen, und die klaren Bäche, die darunter flossen, säuselten wie Götterstimmen mir den Kummer aus dem Busen. Und so geschah mir überall, du Lieber! - wenn ich im Grase ruht' , wo wild die Rose um den Steinpfad wuchs, den warmen Hügel ging, auch wenn ich des Stromes Gestade, die luftigen, umschifft`und alle die inseln, die er zärtlich hegt." Aus der Vorrede zu Hyperion: "Wer bloß an meiner Pflanze riecht, der kennt sie nicht, und wer sie pflückt, bloß um daran zu lernen, kennt sie auch nicht." Grüße Elisabeth
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Klaus (3017 Beiträge)
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18-Sep-07, 08:33 Uhr (MEZ)
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9. "RE: Hölderlin, Kleist, Nietzsche" |
LETZTE BEARBEITUNG AM 18-Sep-07 UM 08:34 Uhr (MESZ)Hallo Elisabeth, nun muss ich natürlich mich selbst beim Wort nehmen, nachdem ich gesagt hatte, dass mir ein rein gemutmaßtes Bild suspekt ist. Aber spekulieren ist natürlich erlaubt - und ich selbst habe auch schon mal mit dem Gedanken eines Widder-ACs gespielt - sehr schön der Jupiter im Schützen in neun ("Der Wanderer" - eines der großen Epen - und H. ist ja selbst viel gewandert - in die Schweiz, dann bis Bordeaux und retour, Anfang 1802), und natürlich der AC-Herrscher im Wassermann in elf - so oder so, der Wassermann muss dominant rein ins Bild. Auch die sehr wichtige Zäsur 1802 müsste erkennbar sein, die erwähnte Wanderung nach Bordeaux, während dieser "von Apoll geschlagen" -das berühmte Wort aus dem Brief an C.U.Böhlendorff November 1802- Beginn der Krise, die dann 1805, 1806 ins Extrem läuft ( "Das gewaltige Element, das Feuer des Himmels und die Stille der Menschen, ihr Leben in der Natur, und ihre Eingschränktheit und Zufriedenheit, hat mich beständig ergriffen, und wie man Helden nachspricht, kann ich wohl sagen, daß mich Apoll geschlagen.".) Grüße, Klaus
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Phil (3609 Beiträge)
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18-Sep-07, 14:29 Uhr (MEZ)
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10. "Solar 1802 / Hölderlin" |
 Hier diese Zäsur - seine Wanderung und seine Verwandlung im Spiegel des Solars 1802 (abgeleitet vom vorgeburtlichen NM). Der Einschnitt zeigt sich in Plutos Uebergang über den Neumond sowie in der Jupiter/Saturn-Konjunktion, die in Opposition zu seiner Viererkonjunktion (des vgeb.NM) steht. Auch die Genauigkeit Jupiter Opp.Venus (0 Grad) fällt auf. Zudem sind sowohl Venus als auch Mars wieder mehr oder weniger bei ihrer Grundstellung. Der Solar-AC (in Zwillinge) weist ebenfalls eine Opposition - zu Jupiter - auf. Die Mondknotenachse ist mit Chiron und Jupiter verknüpft. Auffallend im weitern, dass der solare Neptun quadratisch zum Solar-MC steht. Auch Chiron selbst wiederholt bei Jupiter seine Grundspannung. Alles in allem genug, um ein Weltbild ins Wanken zu bringen. Phil mit Grüssen
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CancLea (394 Beiträge)
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18-Sep-07, 22:47 Uhr (MEZ)
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11. "RE: Solar 1802 / Hölderlin" |
In der Biographie werden genauere Daten angegeben. Lt. http://www.xlibris.de/Autoren/Hoelderlin/Hoelderlin-Biographie/Hoelderlin-Biographie-06.htm heißt es: "...Am 10. Dezember 1801 brach er von Nürtingen auf, am 28. Januar 1802 traf er in Bordeaux ein. Doch bereits am 10. Mai ließ er sich einen Paß nach Straßburg ausstellen, wo er am 7. Juni ankam. Etwa vier Wochen später erschien er völlig erschöpft und verstört bei seiner Mutter in Nürtingen. Was in diesen vier Wochen geschah, läßt sich nur mutmaßen. Hölderlin wußte von der Erkrankung Susettes, wahrscheinlich stellte sie den Grund für seinen überstürzten Aufbruch aus Bordeaux dar, wahrscheinlich ging er in den fraglichen Wochen – Bertaux nimmt dies mit guten Gründen an – von Straßburg nach Frankfurt, wo er ihren Tod miterlebte oder von ihm erfuhr. Am 22. Juni war Susette Gontard gestorben..." Weiter seine Einlieferung in die Klinik, die doch zumindest einen Hinweis auf das progressive 12. Haus geben müsste:
"...Die Beziehung zu Sinclair, der mittlerweile freigelassen, jedoch keineswegs entlastet war, verschlechterte sich. Im August 1806 schrieb er Hölderlins Mutter, sie solle ihren Sohn, für den er nicht mehr sorgen könne, »entfernen«. Am 11. September wurde Hölderlin mit Gewalt von Homburg nach Tübingen geschafft, wo man ihn in das Authenriethsche Klinikum einlieferte. Spätestens ab diesen Zeitpunkt galt Hölderlin als wahnsinnig. .." Sein letzter Aufenthalt war der Turm. Welchem Zeichen (progressiv) wäre als 4. Haus ein Turm zuzuordnen? "...Nach sieben Monaten, die er in der Klinik verbrachte, wurde er, nachdem sich sein Zustand beruhigt hatte, dem Schreinermeister Zimmer anvertraut. Von nun an wohnte Hölderlin, dem die Ärzte noch »höchstens drei Jahre« zu leben voraussagten, in Zimmers Haus am Neckar, im Turm, 35 Jahre lang. .."
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Klaus (3017 Beiträge)
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18-Sep-07, 22:55 Uhr (MEZ)
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12. "RE: Solar 1802 / Hölderlin" |
LETZTE BEARBEITUNG AM 18-Sep-07 UM 23:29 Uhr (MESZ)LETZTE BEARBEITUNG AM 18-Sep-07 UM 23:20 Uhr (MESZ) LETZTE BEARBEITUNG AM 18-Sep-07 UM 23:17 Uhr (MESZ) Hallo Phil, dabei fällt mir auf, dass Hölderlin ein Gedicht zu Chiron verfasst hat und eines zu Jupiter und Saturn - dabei wohl unnötig zu sagen, dass die Lektüre auch aus astrologischer Perspektive ergiebig ist. Ich würde sie gerne hier einbringen, aber da häte ich zuviel an Tipperei. Gut, dass ich wieder auf H. zurückkomme, früher habe ich ihn fast täglich gelesen. Er bleibt ein unauflösbares Rätsel: Heidegger hat gesagt, H. sei der Inbegriff des Dichterischen überhaupt. 8es gibt bei Klostermann eine Veröffentlichung seiner Hölderlin-Vorlesungen.) Rätselhaft (aber, sofern dieses Paradoxon erlaubt ist: präzise rätselhaft) wie etwa hier, in den letzten Zeilen der Rheinhymne, eine der stärksten Dichtungen H.s, der deutschen Dichtung überhaupt. (Der Angesprochene, Sink(c)lair war ein enger Freund Hölderlins) : "... Dir mag auf heißem Pfade unter Tannen oder Im Dunkel des Eichwalds gehüllt In Stahl, mein Sinklair! Gott erscheinen oder In Wolken, du kennst ihn, da du kennest Des Guten Kraft, und nimmer ist dir Verborgen das Lächeln des Herrschers Bei Tage, wenn Es fieberhaft und angekettet das Lebendige scheinet oder auch Bei Nacht, wenn alles gemischt Ist ordnungslos und wiederkehrt Uralte Verwirrung." (Das, scheint mir, sagt vieles aus über das, was uns an Erfahrungen in den folgenden Jahren bevorstehen dürfte. ) Habe eines der eingans erwähnten Gedichte doch noch aufspüren können - den "Chiron": : CHIRON Wo bist du, Nachdenkliches! das immer muß Zur Seite gehn, zu Zeiten, wo bist du, Licht? Wohl ist das Herz wach, doch mir zürnt, mich Hemmt die erstaunende Nacht nun immer Sonst nämlich folgt ich Kräutern des Walds und lauscht Ein weiches Wild am Hügel; und nie umsonst. Nie täuschten, auch nicht einmal deine Vögel; denn allzubereit fast kamst du, So Füllen oder Garten dir labend ward, Ratschlagend, Herzens wegen; wo bist du, Licht? Das Herz ist wieder wach, doch herzlos Zieht die gewaltige Nacht mich immer. Ich wars wohl. Und von Krokus und Thymian Und Korn gab mir die Erde den ersten Strauß. Und bei der Sterne Kühle lernt ich, Aber das Nennbare nur. Und bei mir Das wilde Feld entzaubernd, das traurge, zog Der Halbgott, Zevs Knecht, ein, der gerade Mann; Nun sitz ich still allein, von einer Stunde zur anderen, und Gestalten Aus frischer Erd und Wolken der Liebe schafft, Weil Gift ist zwischen uns, mein Gedanke nun; Und ferne lausch ich hin, ob nicht ein Freundlicher Retter vielleicht mir komme. Dann hör ich oft den Wagen des Donnerers Am Mittag, wenn er naht, der bekannteste, Wenn ihm das Haus bebt und der Boden Reiniget sich, und die Qual Echo wird. Den Retter hör ich dann in der Nacht, ich hör Ihn tötend, den Befreier, und drunten voll Von üppgem Kraut, als in Gesichten, Schau ich die Erd, ein gewaltig Feuer; Die Tage aber wechseln, wenn einer dann Zusiehet denen, lieblich und bös, ein Schmerz, Wenn einer zweigestalt ist, und es Kennet kein einziger nicht das Beste; Das aber ist der Stachel des Gottes; nie Kann einer lieben göttliches Unrecht sonst. Einheimisch aber ist der Gott dann Angesichts da, und die Erd ist anders. Tag! Tag! Nun wieder atmet ihr recht; nun trinkt, Ihr meiner Bäche Weiden! ein Augenlicht, Und rechte Stapfen gehn, und als ein Herrscher, mit Sporen, und bei dir selber Örtlich, Irrstern des Tages, erscheinest du, Du auch, o Erde, friedliche Wieg, und du, Haus meiner Väter, die unstädtisch Sind, in den Wolken des Wilds, gegangen. Nimm nun ein Roß, und harnische dich und nimm Den leichten Speer, o Knabe! Die Wahrsagung Zerreißt nicht, und umsonst nicht wartet, Bis sie erscheinet, Herakles Rückkehr. Freundliche Grüße, Klaus
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Phil (3609 Beiträge)
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19-Sep-07, 05:55 Uhr (MEZ)
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14. "RE: Solar 1802 / Hölderlin" |
Ganz herzlichen Dank, Klaus, für diese wunderbare Hölderlin-Seite !! Zur gleichen Zeit las ich auch "Chiron" und "Saturn und Jupiter" - in einem Buch, das praktischerweise dieselbe alphabetische Einteilung hat. Gehört eigentlich (auch) zu den "Milliarden von Sternen"...... viele Grüsse, Phil
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CancLea (394 Beiträge)
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19-Sep-07, 09:04 Uhr (MEZ)
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15. "RE: Solar 1802 / Hölderlin" |
LETZTE BEARBEITUNG AM 19-Sep-07 UM 09:15 Uhr (MESZ)Klaus, danke für die schöne Site.  In der Progression kann man die Ereignisse hinsichtlich seiner Erkrankung m.E. sehr gut nachvollziehen. 1801: Beginn der Opposition von prog. Chiron zur R-Ceres. Gleichzeitig ging prog. Venus in eine Quinkunx-Stellung zum R-Mondknoten 1802: prog. Mars Quadrat zum R-Mondknoten und Opposition zu R-Neptun (zusammen mit prog. Mond) = der Beginn des Erschöpfungszustandes? 1806: prog. Mars Anderthalbquadrat zur R-Ceres/Hades Konjunktion 1843: Sein Tod fällt mit der genauen Quinkunx-Stellung von prog. Mars zum R-Neptun zusammen, zumal prog. Sonne die letzten Jahre davor ein Quadrat zum R-Neptun bildete. Er befand sich ja mit seiner R-Sonne genau auf dem Übergang von den Fischen in den Widder. Das Gesammelte aus den 12 Häusern will neu in das mundane 1. Haus transportiert werden.
Wenn ich den Mond am Todestag, 07.06.1843, auf 24° Jungfrau lege - prog. Mond Anderthalbquadrat R-Uranus und Opposition zu R-Chiron – komme ich auf eine Geburtszeit um 13.00 Uhr. Die Sonne würde dann auf 29.57° Fische stehen. Als Chiron progressiv auf meinem DC stand, starb übrigens mein Vater und es gab sehr viele Trennungen. Wenn man sich das Bild der Progression - ausgehend von 13.00 Uhr - von Hölderlin anschaut, befindet sich der Mond noch im 12. Haus nah am AC und Chiron am DC. Uranus wäre dann in 8. Was meint Ihr?
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CancLea (394 Beiträge)
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19-Sep-07, 17:52 Uhr (MEZ)
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16. "RE: Solar 1802 / Hölderlin" |
Andererseits, wenn ich mir die Transite betrachte, die am 07.06.1843 wirkten, würde ich mit der Zeit doch eher auf ca. 10.00 Uhr tippen. Hades z.B. stand auf 10° Steinbock (Halbquadrat R-Ceres/Hades). Vielleicht ist das ein Hinweis auf den genauen Mondstand? Im letzten Lebensjahr wanderten Saturn und Mondknoten über seinen angenommenen R-Mond (10° Steinbock). T-Uranus lief über seine R-Sonne.
Der Mondstand könnte sich auch darin bestätigen, dass 1795 ihm eine Tochter geboren wurde. Da stand T-Pluto im Halbquadrat zu 10° Steinbock (Trigon R-Ceres/Hades). Mehr Mutmaßungen möchte ich aber auch nicht mehr anstellen. „…Von Kinderharmonie sind die Völker ausgegangen, die Harmonie der Geister wird der Anfang einer neuen Weltgeschichte sein. Es wird nur Schönheit sein und Mensch und Natur sich vereinigen in eine allumfassende Gottheit… Denn – so folgert Hölderlin mit einer überraschenden Eingebung – kein Traum kann dem Menschen zufallen, dem nicht irgendeine Wirklichkeit entspräche…“ Nietzsche meinte z.B. auch, dass er erst in späteren Generationen verstanden werden würde, dass er zu früh in seine Zeit geboren wurde. Das liest sich im folgenden auch:
„…Nirgends findet Hyperion, der Schwärmer, mehr Ganzheit, nirgends Einklang, ahnend erkennt er das furchtbare Los, zu früh oder zu spät in diese Welt gekommen zu sein…“ Ich stoße immer wieder auf Neptun in der Jungfrau. Ich erwähnte ja seine Hingabe an eine Sache und der (wie mir noch scheint) Ausblendung anderer Lebensbereiche. Vielleicht weist Neptun in der Jungfrau darauf hin. Es heißt: „…Empedokles von Agrigent ist, wie Hölderlins erste Hinschrift klar deutend ausspricht, ‚ein Todfeind aller einseitigen Existenz’ und am Leben, an den Menschen leidend, weil er nicht ‚mit allgegenwärtigem Herzen innig wie ein Gott und frei und ausgebreitet wie ein Gott mit ihnen lieben und leben kann’…“ vor dem In todesfroher Stund am heilgen Tage Das Göttliche den Schleier abgeworfen – Den Licht und Erde liebten, dem der Geist, Der Geist der Welt, den eignen Geist erweckte. "...Aber eben um dieser Allumfassung willen leidet der Meister an der zerstückelten Form des Lebens, ‚dass alles Vorhandene an das Gesetz der Sukzession geknüpft ist’, dass Stufen und Schwellen und Türen und Schranken das Lebendige ewig abteilen und auch der höchste Enthusiasmus nicht imstande ist, die Zerteiltheit der Menschen, die splitternde Form des Daseins in eine feurige Einheit umzuschmelzen..."
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