Anton Lebermann (Gast) (1 Beiträge)
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16-Jun-01, 18:52 Uhr (MEZ)
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9. "RE: GEO-Bericht" |
Hallo, inzwischen habe ich den Artikel auch gelesen und es scheint mir die Punkte, die sich im GEO-Magazin als berechtigte Kritik an der Astrologie darstellen, decken sich oft mit der Kritik die der Astrologe am Astrologen äußern könnte. So ist die Empfänglichkeit für ein pauschales Computerhoroskop nicht verwunderlich. Leider ebenso die Unverbindlichkeit mancher professionellen astrologischen Beratung, da es scheinbar generell verpönt ist eine qualitative Wertung der im Horoskop vorhandenen Anlagen zu wagen. Wenn man erkennt, daß z.B. der maximal gestellte Mars (am Aszendenten) im Zeichen Stier "pervertiert" bzw. verletzt ist und sich dies erkenntlich auf das Sexualverhalten auswirkt, welches ein Lebensthema darstellt und dies der Stärkste Einfluß im Horoskop ist und nun offen anspricht, daß man hier auf stark pathologisches Triebverhalten (Gewalt!) schließen kann, wird sich wohl kaum noch einer der betroffenen Probanden angesprochen fühlen. Das ein Computerprogramm hierzu nicht fähig ist ist hinlänglich bekannt, leider auch, daß viele "humanistische" Astrologen solche unschönen Sachverhalte in keinem Horoskop sehen wollen. Folglich kann der Vorwurf der Oberflächlichichkeit von dem Artikel nicht abgewälzt werden. Weiterhin sind einfachste psychologische (nicht astrologische) Sachverhalte verkannt worden: Der menschlich subjektive Astrologe kann, was nicht verwundern darf, an anderen Menschen auch nur wahrnemen, was in ihm selber reflektiert wird (Ausdruck seines eigenen Horoskops). Wie soll er da objektiv Charakterbeschreibungen richtig zuordnen. Die einmalige Gelegenheit ein Empfinden für die Subjektivität des Anderen zu entwickel bietet doch erst das Horoskop. Zudem verwundert mich, daß der zitierte Peter Niehenke sich in dem Artikel nicht zur Präzessionsproblematik geäußert hat, liegt doch ein sehr schöner Beitrag von ihm zu diesem Thema vor ( "Sind alle Widder Fische?").Zuletzt möchte ich ein wundervolles Buch empfehlen - "E.C.Kühr: Psychologische Horoskopdeutung" _ , daß einem durch die Vermittlung differenzierter Analysetechniken, nämlich die Möglichkeit zur freien Kombination der Elemente qualitative Position der Planeten, quantitativer Einfluß der Planeten, Einflußnahem aufeinander, sowie auf Lebensbereiche über Aspekte und Kausalität verschiedener Potentiale und Lebensgebiete durch Beziehung der Häuser, sowie Wahrscheinlichkeit einer wahrnehmbaren Auswirkung aufgrund der Dominanz, hilft aus der Pauschalität astrologischer Deutung nach Rezeptmanier (siehe Computer) zu treten. Leider habe ich selbst auf Treffen des DAV erlebt, daß Berufsastrologen sich an "Rezeptbüchern" orientieren und der selbstständigen Kombination nicht mächtig sind. So wünsche ich mir, daß sich oben angesprochenes Potential unter den Astrologen entwickelt und eventuell in Naher Zukunft einige seriöse Berater aus dem Schatten der Pauschalastrologen ohne Mut zum eigenen Urteil treten.
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