Liebe Katarina!
>Mir ist es aber klar, wie
>schwierig es sein muß, das
>Vergangene zu "zerstören" und nichts
>an dessen Stelle setzen zu
>können.... Das erscheint mir überhaupt
>als das Schwierigste, auf das
>Nichts (in bestimmten Bereichen) zu
>vertrauen....um jederzeit, in jeder Sitauation
>selbst zu urteilen, inklusive Fehlermöglichkeit...
Mir scheint, dass Du hier das Moment der Traumatisierung übergehst.
Bevor ein geistiges Loslassen geschehen kann muss m.E. dieser Traumatisierung in angemessener Form, und das ist mitunter nicht lustig, Rechnung getragen werden.
Soll heissen, zunächst ist die seelische Ebene dran, bevor das Tor zum Geist sich öffenen kann.
So ist es jedenfalls meine Erfahrung mit mir selber und vielen anderen, die ich in verschiedener Form begleitet habe.
Traumatisierung (=das absolut Unsägliche, das absolut zu diesem Zeitpunkt in die Körper/Geist/Selle Dreiheit nicht integrierbare, das akut Existenzbedrohende, das den Menschen zum Zeitpunkt des Geschehens absolut überfordert) fixiert den Geist an dieser Stelle, so dass es an genau dieser Stelle nicht möglich ist, den von Dir beschriebenen Weg zu gehen.
Erst, wen wir durch die eine oder andere Fügung oder Weise noch einmal durch dieses Tor durchgehen, das Grauen noch einmal geschmeckt und überwunden haben, was, wie gesagt mitunter nicht lustig ist, weil die alten Emotionen des Vernichtetwerdens ja noch vor diesem Tor warten, erst dann können wir meiner Erfahrung nach ins Nichts gehen ohne das als absolut unerträglich zu empfinden.
Mag sein, dass Deine Erfahrung eine andere ist, mag auch sein, dass wir an dieser Stelle nur eine andere Sprache sprechen...
Den Mißbrauch öffentlich zu machen könnte an dieser konkreten Stelle notwendig sein, weil es ja so viele Menschen betrifft, die anders nicht davon hören würden, nicht ermutigt würden, auch darüber zu sprechen, und da es auch eine öffentliche Institution betrifft.
Dass und warum das Aussprechen wirklich ausserordentlich heilsam sein kann hat Ann ja mehrfach erläutert.
Ich halte das nicht für ein Konzept, sondern für konkrete Heilarbeit, das in sich abgeschottete, vom Rest der Menschheit abgespaltene Grauen in Worte zu fassen und zu teilen.
Jedes wirklich gehörte Wort ist ein Stück Heilung, dadurch, dass es das Innen stärkt und dadurch, dass das Gegenüber Anteil nimmt, sich berühren lässt.
Mag sein, dass Dein Weg ein anderer ist.
Viele Grüße,
Anja