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Über den Autor:

Edgar Wunder ist ehemaliger Redaktionsleiter der GWUP-Zeitschrift "Skeptiker", und einer der Gründungsinitiatoren von Forum Parawissenschaften e.V., einem "Forum für einen konstruktiven kontroversen Dialog und Diskurs zu Parawissenschaften, Anomalien und außergewöhnlichen menschlichen Erfahrungen".

 

Autor: Edgar Wunder

Wilhelm Hartmann (1893-1965):
Astrologe und Berufsastronom

Teil 5 von 6 [=> 1, 2, 3, 4, 5, 6]


Hartmanns geheime Tätigkeit im Oberkommando der Kriegsmarine

Der Beginn des Krieges am 1. September 1939 war eine Zäsur. Hartmann und alle Mitarbeiter wurden zum Kriegsdienst eingezogen, die Sternwarte blieb während des gesamten zweiten Weltkrieges verwaist und geschlossen. Doch aufgrund seiner astrologische Neigungen durchlief Hartmann nun schon bald eine außergewöhnliche Karriere.

Die Verwicklungen begannen mit dem Schottland-Flug des "Führer-Stellvertreters" Rudolf Hess, der am 10. Mai 1941 mit einer Messerschmidt 110 eigenmächtig zum Herzog von Hamilton flog, um mit ihm über einen Friedensschluss zwischen Großbritannien und Deutschland zu verhandeln. Der völlig überraschte Hitler tobte über diesen "Hochverrat". Ein Sündenbock musste gefunden werden für diesen peinlichen Zwischenfall. Der im NS-Staat immer einflussreicher werdende Martin Bormann kam auf den rettenden Gedanken, der dann in der NS-Propaganda zur offiziellen Version werden sollte: Hess habe zwar nur das Beste gewollt, er sei aber in die Hände zweifelhafter Berater gefallen, nämlich von Astrologen, die ihn zu dieser dreisten Aktion verführt hätten. (Die Astrologiegläubigkeit von Hess war allgemein bekannt, ob er sich bei seiner Entscheidung aber tatsächlich von Astrologen beraten ließ, ist sehr zweifelhaft.) Sofort lief eine Verhaftungswelle pauschal gegen alle Astrologen, Wahrsager, Parapsychologen etc. im ganzen Reich an, die sog. "Aktion Hess". Auch Hartmann wurde verhört, dann jedoch nicht weiter behelligt. Den meisten anderen Astrologen ging es wesentlich schlechter, sie wurden ins KZ gesteckt, teilweise auch umgebracht. Sein alter Hamburger Astrologen-Freund Wilhelm Wulff zum Beispiel wurde monatelang im KZ Fuhlsbüttel inhaftiert.

Doch dann bekamen wieder andere Kräfte im NS-Staat die Oberhand, die auch übersinnliche Kräfte für den Endsieg dienstbar machen wollten. Konkreter Anlass war die merkwürdige Tatsache, dass die Alliierten seit Ende 1941 immer größere Erfolge im Versenken deutscher U-Boote erzielen konnten. Was man im deutschen Oberkommando der Kriegsmarine (OKM) nicht ahnte: In England hatte man die deutsche Codier- und Dechiffriermaschine "Enigma" geknackt, konnte die Funksprüche von und zu den deutschen U-Booten nun entschlüsseln und diese somit leicht aufspüren. Dass die Alliierten die Funktionsweise von "Enigma" herausgefunden haben könnten, hielt man im OKM allerdings noch bis zum Kriegsende für absolut unmöglich. Über einen französischen Kanal setzte der englische Geheimdienst den Deutschen den Floh ins Ohr, dass man in England die Position der U-Boote "ausgependelt" habe – schließlich sei England in der Erforschung okkulter Phänomene den Deutschen traditionell ja weit voraus. Das OKM schluckte diese Desinformation und unternahm nun seinerseits große Anstrengungen im Auspendeln englischer und amerikanischer Schiffe. Eine noble Villa in der v.d.Heydt-Straße im südlichen Tiergarten in Berlin, nur einen Steinwurf vom deutschen Oberkommando im Bendlerblock entfernt und damit mitten im Zentrum der politischen und militärischen Macht, wurde zum Sitz einer streng geheimen Gruppe "SP", die direkt dem OKM unterstellt war und zum Auftrag hatte, entsprechende Pendelmethoden zu entwickeln und dann in Schnellkursen deutsche Matrosen im Auspendeln feindlicher Schiffe auszubilden. Militärischer Leiter des geheimen Instituts wurde ein gewisser Kapitän A. Roeder. Ihm zur Seite gestellt als führender wissenschaftlicher Kopf war niemand anders als der Nürnberger Sternwartenleiter Wilhelm Hartmann, der dazu von seiner ursprünglichen Luftwaffen-Dienststelle abkommandiert worden war.

Über die Vorgänge in diesem hochgeheimen militärischen Pendel-Institut wissen wir insbesondere aus zwei unabhängig voneinander verfassten Autobiographien direkt Beteiligter gut Bescheid: dem 1960 erschienenen Buch "Zum anderen Ufer" von Gerda Walther (sie war die langjährige Sekretärin des Münchner Parapsychologen v. Schrenck-Notzing) sowie dem 1968 veröffentlichten Werk "Tierkreis und Hakenkreuz" des engen und schon mehrfach erwähnten Hartmann-Freundes Wilhelm Wulff. Fast alle Mitarbeiter des Instituts, so auch Walther und Wulff, waren im Rahmen der "Aktion Hess" festgenommen und eingekerkert worden und erst seit kurzem wieder auf freien Fuss. Überhaupt waren in dieser geheimen Gruppe "SP" (was vermutlich für "Siderisches Pendel" stand) fast alle bekannten damaligen Köpfe, die sich mit "okkulten" Fragen beschäftigten, mit von der Partie: so z.B. die Gräfin Wassilko-Serecki, Vorsitzende der späteren Österreichischen Astrologischen Gesellschaft, K. Schuppe und F. Quade von der "Deutschen Gesellschaft für wissenschaftlichen Okkultismus", sowie auch H.H. Kritzinger, der einzige deutsche Astronom des 20. Jahrhunderts, der zum Astrologen wurde. Sein Lebensweg kreuzte sich hier mit dem des einzigen deutschen Astrologen des 20. Jahrhunderts, der zum Astronomen wurde, Wilhelm Hartmann. Hier kamen die "Okkult-Forscher" der damaligen Zeit zusammen, auch wenn sie mit dem speziellen Thema Pendeln teilweise nur wenig zu tun hatten. Die Verbindung zwischen Astrologie und Pendeln hatte schon seit langem der Astrologe und Pendler Glahn hergestellt, dessen einflussreiche Bücher Hartmann gut vertraut waren.

Wulff, der auf Wunsch Hartmanns zum Institutsmitarbeiter wurde, schildert die Atmosphäre in der merkwürdigen Einrichtung: "Die Untergebenen des Kapitäns bildeten eine wunderliche Gesellschaft: Da gab es spiritistische Medien und Psychitive ..., es gab Pendler..., Tattwa-Forscher (Anhänger einer Art indischer Schwingungslehre), Astrologen und Astronomen, Ballistiker und Mathematiker. Das Institut hatte von höchsten Kreisen der Kriegsmarine – OKM – den Auftrag, die Gleitzüge des Gegners auf hoher See durch Pendeln und andere übersinnliche Praktiken aufzuspüren, um eine sichere Torpedierung der Geleitzüge durch deutsche U-Boot-Flottillen zu ermöglichen. Tag für Tag hockten die Pendler mit ausgestrecktem Arm über den Seekarten." Auch Spielzeugschiffe mit verschiedenen Ladungen wurden zur Probe ausgependelt. Darüber hinaus gab es noch spezielle Abteilungen, z.B. die von Wilhelm Hartmann persönlich als Abteilungsleiter betreute "Tattwa-Abteilung", in der, so Walther, "durch das Pendel bestimmte günstige und ungünstige "kosmische Schwingungen" der Yogaphilosophie festgestellt werden sollten". Besonders befasst war Hartmann auch mit dem Rutengänger und Pendler Straniak aus Salzburg, dessen Pendelschwingungen er "auf Einflüsse und Abweichungen bei Sonnenauf- und -untergang, bei dem Mittagsstand der Sonne und den Vollmond- und Neumondzeiten" prüfte. Straniak erzielte unter Hartmann wochenlang weit überzufällige Ergebnisse. Dann wurde der Pendler an das "normalwissenschaftliche" Berliner "Institut für Strahlenphysik" überwiesen, wo er in weiteren Experimenten unter den Augen der skeptischen Physiker kläglich scheiterte.

Hartmann hielt schon bald – wie er Gerda Walther in einem vertraulichen Gespräch unter vier Augen versicherte – "das Ganze für Unsinn". "Die scheinbar positiven Resultate erklärte er teils durch Autosuggestion, durch Selbsttäuschung, teils durch bewussten Betrug." Nur einer, ein "drolliger Wünschelrutengänger mit einem Dackel, der ausgesprochen schwäbischen Dialekt sprach, aber in Afrika als Wassersucher auch bei den Engländern einen Namen haben sollte", machte laut Hartmann eine Ausnahme, denn "dieser war offenbar wirklich hellsehend."

Die insgesamt kümmerlichen und militärisch völlig unbrauchbaren Ergebnisse ließen Hartmann vermutlich ahnen, dass dies nicht lange so gut gehen könne. Denn die ausbleibenden militärischen Erfolge waren offensichtlich. Er gab Gerda Walther den guten Rat "möglichst schnell wieder von hier wegzukommen". Angeblich soll es sogar einen sehr kontroversen Briefwechsel zwischen dem NS-Chefideologen Alfred Rosenberg und dem Leiter der Reichskanzlei, Martin Bormann, über den Sinn dieses geheimen Pendel-Instituts gegeben haben.

Als die "Erfolge" der Pendler immer katastrophaler wurden, breitete sich, so Wulff, eine "nervöse Reizbarkeit" im Institut aus. "Da schlug Dr. Wilhelm Hartmann dem Leiter des Instituts vor, mit seinen Mitarbeitern eine andere Umgebung aufzusuchen. Die Ausstrahlungen der Großstadt, erklärte er, und alle möglichen Störungen und Strömungen feinster Art, die hier in Berlin wirksam seien, machten die Bemühungen der Psychitiven zunichte. "Fahren Sie mit Ihrem Institut ins Gebirge oder an die See. Bei Seeluft oder Sonnenschein werden sich Ihre Leute wieder erholen und dann besser arbeiten." So fuhr der Leiter des Instituts tatsächlich zu Beginn des Sommers mit seinen Mitarbeitern auf die Insel Sylt." Dort pendelten Roeder, Hartmann und die anderen Institutsmitarbeiter noch bis Ende 1942 weiter, die Resultate fielen aber auf Sylt auch nicht besser aus. Immerhin war Hartmann auf diese Weise aus dem Berliner Regierungs- und Diplomatenviertel entkommen, auf das nun die alliierten Bombenangriffe massiv zunahmen.

Wegen der ausbleibenden Erfolge wurde die geheime Gruppe "SP" Ende 1942 schließlich wieder aufgelöst, Hartmann kehrte zu seiner alten Luftwaffen-Dienststelle nach Rechlin zurück. Doch auch im späteren Kriegsverlauf gab es immer wieder einmal Zusammenkünfte und Einsätze der "Okkultforscher" aus der ehemaligen SP-Gruppe. Zum Beispiel schildert der NS-Spionagechef und SS-General Walter Schellenberg in seinen Memoiren eine Begebenheit aus dem August 1943, als Hitler befahl, den von den Alliierten gefangen genommenen Mussolini wieder zu befreien, dessen Inhaftierungsort zu diesem Zeitpunkt aber noch unbekannt war:

"Noch aber hatten wir keine Anhaltspunkte, wo sich Mussolini überhaupt befand. In dieser Situation praktizierte Himmler wieder einmal eine seiner okkulten Marotten – und nun sogar mit einem gewissen Erfolg. Er ließ einige der nach dem Englandflug von Rudolf Hess verhafteten "Vertreter der okkulten Wissenschaften" zusammenrufen und setzte sie in einer Villa am Wannsee in Klausur. Es waren dies Hellseher, Astrologen und Pendler, die den Aufenthaltsort des verschwundenen Duce ans Licht zu zaubern hatten. Diese Seancen kosteten uns eine ziemliche Stange Geld, da der Bedarf an gutem Essen, Trinken und Rauchen der "Wissenschaftler" ganz enorm war. Aber siehe da – ein "Meister" des siderischen Pendels stellte nach einiger Zeit fest, Mussolini müsse sich auf einer Insel westlich von Neapel befinden. Und tatsächlich war der Duce auch zuerst auf eine der von ihm bezeichneten kleinen Ponza-Inseln gebracht worden."

Dies waren also die Aktivitäten des Sternwartenleiters Hartmann während des zweiten Weltkriegs. Sein enger Freund Wulff stieg nach der Auflösung des SP-Pendelinstituts zum Leibastrologen von SS-Reichsführer Heinrich Himmler, auf Vermittlung von Geheimdienstchef Schellenberg, der Wulff zur gezielten Beeinflussung von Himmler einsetzte. Denn dieser traf in den letzten Kriegsmonaten kaum noch irgend eine Entscheidung, ohne vorher seinen Astrologen dazu befragt zu haben.

Die Sternwarte wird geplündert und verwüstet

Die geschlossene Nürnberger Sternwarte blieb in all dieser Zeit zunächst unversehrt. Wie eine Luftbildaufnahme aus dem Jahr 1945 zeigt war zwar in nur ca. 150 Meter Entfernung südöstlich der Sternwarte eine Bombe eingeschlagen, das Gebäude blieb aber unbeschädigt. Aus Angst vor den Bombenangriffen waren die 25 Aktenordner mit den gesammelten Unterlagen zur Germanen-Ortungslinienforschung der Sternwarte zeitweise in die Privatwohnung von Tiefbaureferent Huber in Laufamholz ausgelagert worden. Als aber auch dort Bomben fielen, kehrten sie in den besonders gesicherten "Uhrenkeller" der Sternwarte zurück, wo auch die Akten zu den Astrologie-Studien lagerten.

Mitte April 1945 wurde Nürnberg durch die US-Armee befreit. Kaum war dies geschehen, drang die deutsche Bevölkerung gewaltsam in die Sternwarte ein, die in der NS-Zeit zu einer Art Forschungsinstitut im Dienste der nationalsozialistischen Ideologie mutiert war, anstatt eine Volkssternwarte zu bleiben, mit der sich die Bevölkerung noch hätte identifizieren können. Die Sternwarte wurde geplündert und verwüstet, Fenster zerschlagen, Türen aufgebrochen, alle Wertgegenstände entwendet. Die umfangreichen Unterlagen zu den dubiosen Germanen- und Horoskop-Studien wurden zusammen mit den Büchern der Sternwartenbibliothek, die ebenfalls viel entsprechende Literatur enthielt, im Vortragssaal zu einem großen Haufen zusammengeworfen und angezündet. In das Feuer wurden schließlich auch noch alle sonstigen greifbaren Unterlagen und Einrichtungsgegenstände der Sternwarte geworfen, einschließlich der tragbaren kleineren Fernrohre. Der Spiegel des nicht transportierbaren Hauptfernrohrs wurde mit Eisenstangen zertrümmert. Die durch das Feuer erzeugte enorme Hitze brachte gar den metallischen Rahmen der Eingangstür zum Vortragssaal zum Schmelzen. Dessen Deformation ist heute noch zu sehen. Bis auf einige wenige Horoskope und Daten seiner Astrologie-Untersuchungen, die Hartmann bei einem Heimaturlaub im Januar 1945 im eisernen Wandsafe im Keller der Sternwarte eingeschlossen hatte, blieb nichts, aber auch gar nichts erhalten. Die Einrichtung der Sternwarte war vollständig zerstört. Noch wochenlang spielten kleine Kinder am Rechenberg mit kleinen Teleskop-Linsen, die sie aus der Trümmerwüste fischten.

Dies war der Preis, den die Sternwarte für ihren in der NS-Zeit eingeschlagenen Kurs zu zahlen hatte. Keine andere Volkssternwarte in Deutschland wurde nach Kriegsende durch die eigene Bevölkerung geplündert und verwüstet, keine andere Volkssternwarte hatte sich in der NS-Zeit so sehr dem Regime angebiedert und dabei auch ihren Charakter als Volkssternwarte aufgegeben. Man tut somit gut daran, die Plünderung und Verwüstung auch als einen politischen Akt zu begreifen, nicht nur als bloßen Vandalismus, wie es Hartmann später unter Ausblendung der Vorgeschichte und der eigenen Verantwortung interpretieren sollte.

Bedenkt man die zukunftsweisenden und geradezu seligen Zustände im Jahr 1932, so war der Nationalsozialismus für die Nürnberger Sternwarte eine einzige Katastrophe: Das die Sternwarte unterstützende Planetarium – in politischer Verblendung geschlossen und im ideologischen Wahn abgerissen. Der die Sternwarte pflegende und betreuende ehrenamtliche Verein – durch Repression zerschlagen und in alle Winde verweht. Politische und finanzielle Förderer der Sternwarte – verhaftet, ausgeschaltet, liquidiert. Die Popularität der Sternwarte – unterminiert, diskreditiert und zerstört durch das skrupellose Einspannen des Observatoriums vor den Karren der NS-Ideologie, dubiose Untersuchungen und das Aufgeben des Verständnisses als Volkssternwarte. Die technisch-instrumentelle Basis und sonstige Ausstattung – für immer verbrannt als symbolische Austreibung der Geister des Nationalsozialismus.

Wilhelm Hartmann kehrte am 6. August 1945 nach Nürnberg zurück. Die Sternwarte blieb noch drei Jahre, bis 1947, unangetastet in ihrem verwüsteten Zustand, umgeben von einem noch größeren Trümmerhaufen namens Nürnberg.

Hartmann bezieht die Sternwarte als Wohnung

Seit April 1945 lag das verwüstete Sternwartengebäude verlassen auf dem Rechenberg, ohne dass sich irgend jemand darum kümmerte. Da alle Fensterscheiben zerschlagen und auch die demolierte Eingangstür nicht mehr verschließbar war, fegten Wind und Niederschläge ungehindert durch die Trümmerlandschaft der teils ausgebrandten Innenräume.

Erst im Winter 1946/47 veranlasste die Stadt das vorläufige Einsetzen neuer Fenster und Türen. Doch es nützte nichts: Binnen weniger Tage waren die Fenster wieder eingeworfen und die provisorische Eingangstür erneut aufgebrochen. In diesem und dem vorhergehenden Winter hatten es sich Horden von Kindern angewöhnt, die Auffahrt zur Sternwarte als Rodelbahn zu benutzen, und das Trümmerfeld des frei zugänglichen Sternwartengebäudes war für sie ein willkommener Abendteuerspielplatz. Den wollten sich die Kinder nicht einfach nehmen lassen, so wurde vermutet.

Da entschloss sich die Stadt in Abstimmung mit Wilhelm Hartmann (der zwischenzeitlich als Mathematiklehrer an einem Nürnberger Wirtschaftsgymnasium unterrichtete) zu einer weitergehenden Maßnahme, um das Treiben am Rechenberg wieder unter Kontrolle zu bekommen: Hartmann bezog zusammen mit seiner Frau die Sternwarte als Privatwohnung. Ihre Aufgabe war es, durch ständige Anwesenheit die Kinder vom Rechenberg zu vertreiben und die Innenräume der Sternwarte wieder zu säubern und bewohnbar zu machen.

Um die Sternwarte als Wohnung einzurichten, wurde 1947 in den bis dahin großräumigen Vortragssaal eine Trennmauer eingezogen, so dass als Schlafzimmer der spätere Werkstatt- und heutige Vereinraum entstand – allerdings jahrelang noch ohne Verbindungstür zum Rest-Vortragssaal, der nun zum Wohnzimmer wurde. Auch die heute noch bestehende kleine Küche und der angrenzende Lagerraum wurden durch die Einziehung einer Mauer abgetrennt.

Bis 1954 sollten Hartmann und seine Frau nun auf der Sternwarte leben. Der Garten der Sternwarte wurde von ihnen landwirtschaftlich genutzt, vor allem zur Hühnerhaltung: Das Federvieh war rund um die Sternwarte ständig zugegen.

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